4.1 Landwirtschaft

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Rinderhaltung im Gut Poch in der Soers – ein typischer Betrieb der Euregio Maas-Rhein?

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4.1 Landwirtschaft

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Hast du dich schon mal gefragt, wo das Essen eigentlich herkommt, wenn du in einem Restaurant bist? Oder in einer Metzgerei Wurst und auf dem Wochenmarkt Gemüse einkaufst? Wie wird es hergestellt? Und gibt es bestimmte Lebensmittel eigentlich nur in der Gegend, in der du lebst? Dieses Kapitel geht diesen Fragen nach.

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Sprachhilfe

Übersicht für das gesamte Kapitel

Hinweise für Lehrende

Übersicht (Didaktischer Zugriff, Ziele, Kompetenzen)

Übersicht

Landwirtschaft stellt als primärer Sektor einen der ältesten und wichtigsten Wirtschaftsbereiche dar. Sie beschreibt letztlich die agrarwirtschaftlichen Nutzungsformen der Erdoberfläche. Fast ein Drittel der Euregio-Maas-Rhein-Fläche wird landwirtschaftlich genutzt, die Landwirtschaft determiniert somit den Raum. Dabei wird der Raum einerseits direkt durch den Menschen verändert, beispielsweise im Ackerbau, aber auch indirekt vom Menschen genutzt, beispielsweise in der Viehzucht. Hierbei kann unterschieden werden, ob der Mensch aktiv in die naturräumlichen Gegebenheiten eingreift und diese für seine Maßstäbe verändert oder ob eine Form der naturräumlichen Pflege und des Erhalts stattfindet. Eine weitere Determinante ist die gleichzeitige Abhängigkeit des landwirtschaftlichen Raumes von geomorphologischen und klimatischen Gegebenheiten. Hierbei wird letztlich die Wechselbeziehung zwischen Mensch und Umwelt deutlich, aber auch die Abhängigkeit des Menschen von den regionalen Gegebenheiten. Das Kapitel verdeutlicht einerseits die naturräumlichen Determinanten, verschiedene Nutzungsformen und deren Auswirkungen auf die Umwelt sowie Formen der Landwirtschaft, welche sich von umwelttechnischen Gegebenheiten unabhängiger machen möchten. Anhand von Beispielen erkennen die Lernenden die Zusammenhänge, Determinanten und die Wechselbeziehungen zwischen einem Wirtschaftszweig und der Umwelt im Raum. Im Weiteren lernen sie die Wechselbeziehungen zwischen primären und tertiären Sektor kennen, indem Pfadabhängigkeiten demonstriert werden, Verarbeitungsprozesse aufgezeigt und ein direkter Alltagsbezug hergestellt wird. 

Ziele

Das Ziel des Kapitels ist es, dass die Lernenden ein Bewusstsein für Determinanten der landwirtschaftlichen Nutzung von Räumen der Euregio Maas-Rhein sowie der Produktion dort erlangen, den Regionalitätsbegriff kennenlernen und sich mit regionalen Produkten und ihrer Weiterverarbeitung und Vermarktung beschäftigen. Dabei sollen die Lernenden einen direkten Bezug ihres Alltags zum primären Sektor erkennen sowie dessen Bedeutung für Mensch-Umwelt-Beziehungen.

Kompetenzen

Folgende Kompetenzen werden gefördert:

  • die Fähigkeit, Mensch-Umwelt-Beziehungen in Räumen unterschiedlicher Art und Größe zu analysieren
  • die Kenntnis von geografisch/geowissenschaftlich relevanten Informationsquellen, -formen und -strategien
  • die Fähigkeit, Informationen zur Behandlung von geografischen/geowissenschaftlichen Fragestellungen zu gewinnen
  • die Fähigkeit, Informationen zur Behandlung geografischer/geowissenschaftlicher Fragestellungen auszuwerten

Basiskonzepte

Der Inhalt des Kapitels 4.1 ist auf der human- und physischgeografischen Ebene zu verorten, insbesondere auf dem Schnittpunkt Mensch-Umwelt-Beziehungen. Es bewegt sich dabei vorwiegend auf der regionalen Ebene und hat lokale Anteile. Zudem werden die drei Basiskonzepte von Funktion, Prozess und Struktur bedient. Ersteres durch die Bedeutung und Relevanz der Landwirtschaft für unsere Gesellschaft, aber auch die Auswirkung auf den Raum. Zweiteres durch den Blick auf die Weiterverarbeitung von Produkten und der Entwicklung der Landwirtschaft in der Euregio Maas-Rhein. Letzteres durch eine strukturelle Aufgliederung naturräumlicher Gegebenheiten sowie verschiedener landwirtschaftlicher Nutzungsformen.

1. Rahmenbedingungen der Landwirtschaft in der Euregio Maas-Rhein

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Die Euregio Maas-Rhein ist ein landwirtschaftlich vielfältig genutzter Raum. Hier werden ganz unterschiedliche Produkte angebaut und hergestellt. Aber nicht alles kann überall produziert werden.

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Urheber: Johan Neven from Borgloon-Gotem, Belgium

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Wheat_and_Trees_(35497705742).jpg

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Weizenfeld

Bodenverhältnisse und ihre Auswirkungen auf die Landwirtschaft

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Landwirtschaft und Böden Böden Zusatzinfo
Landwirtschaft und Böden Böden Zusatzinfo

Sprachhilfe zu Element 4

Worterklärungen

Bodenverhältnisse

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Aufgabe

Landwirtschaft und Böden

  1. 1Informiere dich über die Bodentypen in der EMR anhand der Karte oben. Ordne dann die Wörter im Lückentext unten richtig zu. 
  2. 2Erkläre in eigenen Worten und mit Bezug auf die Bodentypen der EMR, warum an bestimmten Stellen Getreide angebaut wird und an anderen Forstwirtschaft betrieben wird.

Aufgabe

Landwirtschaft und Böden

  1. 1Informiere dich über die Bodentypen in der EMR anhand der Karte oben. Ordne dann die Wörter im Lückentext unten richtig zu.
  2. 2Warum wird Getreide in der EMR vor allem in der Mitte angebaut und nicht so sehr im Süden und Norden? Beantworte die Frage und beziehe dich dabei auf den Inhalt des Lückentextes.

Aufgabe

Landwirtschaft und Böden

  1. 1Informiere dich über die Bodenarten, die in der EMR vorkommen anhand der Karte oben. Schreibe zu jedem Bodentyp einen Satz, in dem du den Namen nennst und seine Eignung für die Landwirtschaft in eigenen Worten beschreibst.
  2. 2Warum werden bestimmte Gebiete für bestimmte Anbauformen gewählt? Vergleich die Karten in den beiden Tabs oben und erkläre dann anhand eines Beispiels aus der Anbaugebietskarte den Einfluss, den Bodentypen auf die Landwirtschaft haben.

Naturräume in der EMR

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Sprachhilfe zu Element 6

Worterklärungen

In manchen Texten sind schwierige Wörter zu finden. Nutze Online-Wörterbücher als Unterstützung, wenn du Hilfe beim Verstehen von Wörtern brauchst. Probiere mal Linguee, dict.cc oder DeepL. Suche zum Beispiel diese Wörter:

  • Naturraum
  • Bodenart
  • Bodenform
  • naturräumliche Verhältnisse

Naturräume

Hinweise für Lehrende

Zur folgenden Aufgabe

In dieser Aufgabe sollen die SuS zunächst einfach die nicht ganz einfachen Infotexte aus den Clickpoints verstehen. Die Anwendungen auf die in der Galerie aufgeführten Produkte ist in unterschiedlichen Naturräumen unterschiedlich schwierig. Das Hespengau eignet sich besonders gut, da hier die meisten Produkte im Text namentlich genannt werden.

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Aufgabe

Was kommt woher?

Wähle in der Clickpoint-Karte oben einen Naturraum aus. Lies dann den Infotext zu diesem Naturraum und beantworte mit Hilfe von Informationen aus dem bisherigen Kapitel folgende Fragen:

  1. 1Welche Produkte aus der Galerie in Element 3 können in deinem Naturraum angebaut/produziert werden?
  2. 2Welchen Einfluss haben die Böden in deinem Naturraum auf die Landwirtschaft?

Aufgabe

Was kommt woher?

Wähle in der Clickpoint-Karte oben das Hespengau aus und lies den Infotext dazu. Nenne dann die Produkte aus der Galerie in Element 3, die im Hespengau angebaut/produziert werden können. 

Aufgabe

Was kommt woher?

Wähle in der Clickpoint-Karte oben einen Naturraum aus. Lies dann den Infotext zu diesem Naturraum und beantworte mit Hilfe von Informationen aus dem bisherigen Kapitel folgende Fragen:

  1. 1Welche Produkte aus der Galerie in Element 3 können in deinem Naturraum angebaut/produziert werden?
  2. 2Welchen Einfluss haben die Böden in deinem Naturraum auf die Landwirtschaft?

Bodenverhältnisse im belgischen Teil der Euregio Maas-Rhein

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In den einzelnen Regionen, die die Euregio Maas-Rhein (EMR) bilden, gibt es zum Teil sehr unterschiedliche Verhältnisse für die Landwirtschaft. Das zeigt sich anhand der Oberflächenstrukturen, an den Bodenverhältnissen oder auch an den üblichen Wetterlagen. In der Provinz Lüttich gibt es kaum sandig-lehmige oder sandige Böden. In der Provinz Limburg (B) gibt es hingegen keine Mittelgebirgslandschaften. Von den fruchtbaren und ertragreichen Lössböden Mittelbelgiens reicht nur ein kleiner Teil nach Limburg.

Aber nicht alle Unterschiede hängen an den Umweltbedingungen. In den wallonischen Landesteilen Belgiens bewirtschaften die Betriebe traditionell größere Flächen (44 ha/Betrieb) als in Flandern (18 ha/Betrieb). In der Wallonie hat die "Grande Culture" auf großen Ackerflächen mit dem Anbau etwa von Getreide, Zuckerrüben oder Ölpflanzen (z.B. Raps und Sonnenblumen) eine lange Tradition. In Flandern hingegen sind kleinteiligere Betriebe mit sogenannten Sonderkulturen vorherrschend. Diesen Unterschied kann man auch in der EMR zwischen dem flämischen Limburg und der wallonischen Provinz Lüttich feststellen.

In der Euregio Maas-Rhein gibt es sehr unterschiedliche Verhältnisse für die Landwirtschaft. In der Provinz Lüttich gibt es kaum sandige Böden. In der Provinz Limburg (B) gibt es hingegen keine Mittelgebirgslandschaften. Von den fruchtbaren und ertragreichen Lössböden Mittelbelgiens reicht nur ein kleiner Teil nach Limburg.

Aber nicht alle Unterschiede hängen an den Umweltbedingungen. In den südlichen Landesteilen Belgiens haben die Bauernhöfe traditionell größere Felder als im nördlichen Flandern. Auf größeren Feldern kann man besser Pflanzen wie Getreide, Zuckerrüben oder Raps anbauen, während es sich für kleinere Betriebe oft eher lohnt, sich auf sogenannte Sonderkulturen (z.B. Blumen) zu konzentrieren. Diesen Unterschied kann man auch in der EMR zwischen dem flämischen Limburg (mehr kleine Betriebe) und der wallonischen Provinz Lüttich (mehr größerer Betrieben) feststellen.

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Sprachhilfe zu Element 8

Worterklärung

Oberflächenstrukturen: Die Form/das Aussehen der obersten Schicht (Oberfläche). 

Wetterlage: Der Zustand des Wetter zu einer bestimmten Zeit in einem bestimmten Gebiet. 

Mittelgebirge: Ein Gebirge, das eine bestimmte Höhe nicht überschreitet, aber auch eine gewisse Mindesthöhe aufweist. 

ertragreich: Es bringt eine gute Ernte

Umweltbedingungen: Ein bestimmter Zustand, der durch die Umwelt herbeigeführt wird. 

Sonderkulturen: Von der Landwirtschaft angebaute Pflanzen, die nicht überall angebaut werden können, da sie besondere Standortbedingungen benötigen und ihre Produktion auch kosten- und zeitintensiver ist. 

Wetterverhältnisse und Landwirtschaft

Die Hauptwindrichtungen, Niederschlagssummen und klimatischen Verhältnisse in der Euregio Maas-Rhein

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Windrichtung Klima Lüttich Klima Aachen
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Windrichtung Klima Lüttich Klima Aachen
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Aufgabe

Wind und Niederschlag

  1. 1Die im Durchschnitt vorherrschende Windrichtung in der EMR ist Wind aus Nordwesten. Bestimme mithilfe der Karte oben, ob heute ein typischer oder untypischer Wind in der EMR weht.
  2. 2Nenne jeweils eine Gemeinsamkeit und einen regionalen Unterschied der Niederschlagsverhältnisse in der EMR. 

Aufgabe

Wind und Niederschlag

  1. 1Die im Durchschnitt vorherrschende Windrichtung in der EMR ist Wind aus Nordwesten. Bestimme mithilfe der Karte oben, ob heute ein typischer oder untypischer Wind in der EMR weht.
  2. 2Nenne jeweils eine Gemeinsamkeit und einen regionalen Unterschied der Niederschlagsverhältnisse in der EMR.
  3. 3Beschreibe die Niederschlagsverhältnisse innerhalb der EMR im europäischen Vergleich.   

Aufgabe

Wind und Niederschlag

  1. 1Die im Durchschnitt vorherrschende Windrichtung in der EMR ist Wind aus Nordwesten. Bestimme mithilfe der Karte oben, ob heute ein typischer oder untypischer Wind in der EMR weht.
  2. 2Schreibe zwei Sätze zu den Niederschlagsverhältnissen in der EMR.
    1. 1Schreibe einen Satz darüber, wie die Niederschlagsverhältnisse in der EMR insgesamt sind.
    2. 2Schreibe einen Satz über einen Unterschied in den Niederschlagsverhältnisse innerhalb der EMR.
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Wenn du dich näher über die Einzelheiten der Wetter- und Klimaverhältnisse informieren willst, kannst du das im Kapitel 2.4 tun.

Wetterverhältnisse in den Mittelgebirgsregionen

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Zur Euregio Maas-Rhein gehören im Süden Teile der Ardennen und der Eifel. In diesen Mittelgebirgsregionen sind mehr als 50 % der Flächen bewaldet. Von der für die Landwirtschaft genutzten Fläche in dieser Gegend ist der überwiegende Teil Grünland (Wiesen und Weiden). Daher ist die Tierhaltung dort sehr verbreitet. Das eher raue Klima (höhere Windstärken, niedrigere Temperaturen) und die Bodenbeschaffenheit eignen sich weniger für den Anbau von Getreide oder industriell verwertbaren Pflanzen (dieser kommt vereinzelt in geschützteren Tallagen vor). Ein Beispiel: Von den etwa 1.500 landwirtschaftlichen Betrieben in der Ardennenregion waren im Jahr 2020 etwa 57 % auf die Haltung von Rindern für die Fleischproduktion spezialisiert. Etwa 20 % der Betriebe kombinieren Milch- und Fleischherstellung.

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Aufgabe

Boden, Landschaft und Wetter und ihre Wirkungen auf die Landwirtschaft

  1. 1Beschreibe deine Heimatregion in Hinblick auf Klima und Bodenverhältnisse. Nutze dafür Informationen aus dem Kapitel und/oder suche selbst nach weiteren Informationen.
  2. 2Recherchiere nach einem landwirtschaftlichen Betrieb aus deiner Umgebung (z.B. auf dem Wochenmarkt oder im Internet).
  • Nenne die Produkte, die der Betrieb anbaut/herstellt.
  • Erkläre, warum diese Produkte typisch für deine Region sind oder warum sie untypisch für deine Region sind.
  • Beziehe dich in beiden Fällen auf deine Antwort in Teil 1. 

Tutorial: Operatoren

Aufgabe

Boden, Landschaft und Wetter und ihre Wirkungen auf die Landwirtschaft

  1. 1Beschreibe deine Heimatregion in Hinblick auf Klima und Bodenverhältnisse. Nutze dafür Informationen aus dem Kapitel und/oder recherchiere selbst.
  2. 2Gruppenaufgabe: Bereitet als Kleingruppe oder in der Klasse ein Interview mit einem Landwirt oder einer Landwirtin aus eurer Umgebung vor, in dem ihr ihn/sie dazu befragt, welche Produkte er/sie anbaut/herstellt und warum er/sie sich genau für diese Produkte entschieden hat. Geht bei euren Fragen auf die in diesem Kapitel bisher aufgeführten Themen ein.
  3. 3Findet einen Interviewpartner (z.B. auf dem Wochenmarkt) und befragt ihn/sie.

Aufgabe

Boden, Landschaft und Wetter und ihre Wirkungen auf die Landwirtschaft

  1. 1Beschreibe deine Heimatregion in Hinblick auf Klima und Bodenverhältnisse. Nutze dafür Informationen aus dem Kapitel und/oder recherchiere selbst. 
  2. 2Nenne ein landwirtschaftliches Produkt, für das diese Verhältnisse vorteilhaft sind oder erkläre, warum deine Region für kein landwirtschaftliches Produkt vorteilhafte Bedingungen bietet.

Sprachhilfe zu Element 13

Online-Wörterbuch

In manchen Texten sind schwierige Wörter zu finden. Nutze Online-Wörterbücher als Unterstützung, wenn du Hilfe beim Verstehen von Wörtern brauchst. Probiere mal Linguee, dict.cc oder DeepL

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Beispielinterview: Lokale Produktion von Lebensmitteln am Beispiel vom Hof "Gut Poch" und Hofladen Bonnie.
§ PD
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Aufgabe

Welche Rinder?

Aufgabe

Welche Rinder?

Aufgabe

Welche Rinder?

  1. 1Beantworte die Frage unten.
  2. 2Recherchiere selbstständig den Begriff "Mutterkuhherde" und erkläre ihn in eigenen Worten.
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Vertiefung

Sonderkulturen in der Euregio Maas-Rhein

Landwirtschaftliche Sonderkulturen sind Pflanzenarten oder -sorten, die spezielle Anforderungen haben und in der Landwirtschaft gezielt angebaut werden. Im Gegensatz zu den herkömmlichen Hauptkulturen wie z.B. Getreide, die auf großen Flächen angebaut werden, wachsen Sonderkulturen meist kleinräumiger. Sie haben oft sehr spezielle Wachstumsanforderungen und benötigen besondere Bedingungen, um optimal zu gedeihen. Das kann zum Beispiel die Bodenbeschaffenheit, das Klima, die Bewässerung oder den Schutz vor Schädlingen betreffen. Die Landwirte müssen sich daher intensiver mit den Anbau- und Pflegemethoden dieser Kulturen auseinandersetzen.

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§ PD
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© Philip Drießen

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Hopfenanbau im Heuvelland (Süd-Limburg)

Schon die Römer bauten im Maastal Wein an und heute wird er dort immer noch angebaut. Weinstöcke sind allerdings sehr anspruchsvolle Pflanzen, weshalb man sie nur in ganz bestimmten Gegenden anbauen kann, zumindest, wenn daran schmackhafte Trauben wachsen sollen. Sie brauchen gute Böden, Hanglagen, genug Sonne und geschützte Windverhältnisse. In der EMR gibt es nur ein paar Orte, an denen die Bedingungen für den Weinanbau gut genug sind.

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§ PD

Lukas Epperlein

Sprachhilfe zu Element 16

Worterklärung

kleinräumiger: betrifft nur ein kleines Gebiet.

Wachstumsanforderungen: bestimmte Verhältnisse müssen vorliegen, damit eine Pflanze wächst. 

Bodenbeschaffenheit: die Zusammensetzung des Bodens.

Schädlinge: Das sind Tiere oder Pflanzen, die dem Menschen in besonderer Weise schaden, zum Bespiel beschädigen sie angebautes Obst.

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Vertiefung

Selber Wetter machen – Landwirtschaft im Gewächshaus

2. Landwirtschaftliche Nutzungen vergleichen

Hinweise für Lehrende

Zur folgenden Aufgabe

Bei dieser Aufgabe kommt es darauf an, dass Lernende das geographische Sehen lernen. Es lässt sich etwa Folgendes feststellen:

  • Genutzte Landflächen haben regelmäßige, kantige oder runde, geschwungene Formen.
  • Genutzte Landflächen haben unterschiedliche Farben.
  • Feldraine sind mit Bäumen und Hecken bepflanzt oder nicht.
  • Auf den Flächen stehen Bäume/Baumgruppen oder nicht.
  • Bebauungen (Häuser; Höfe etc.) sind klar oder weniger eindeutig von den Nutzflächen getrennt.

Die Erkundung dieser Einzelelemente auf den Bildern bildet die Grundlage für fundierte Fragen an die Art der landwirtschaftlichen Nutzung:

  • Deuten die regelmäßigen Flächen auf die Nutzung als Ackerflächen, Weiden oder Forsten hin?
  • Sind die unterschiedlichen Farben Hinweise auf Nutzungen für unterschiedliche Kulturpflanzen wie Getreide, Hackfrüchte, Hülsenfrüchte oder auch Futtermittel?
  • Etc.
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Landwirtschaft um St. Vith Landwirtschaft im Hespengau Landwirtschaft im Herver Land
Landwirtschaft um St. Vith Landwirtschaft im Hespengau Landwirtschaft im Herver Land
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Aufgabe

Unterschiede in der Nutzung der landwirtschaftlichen Nutzflächen

In der Euregio Maas-Rhein gibt es unterschiedliche landwirtschaftliche Nutzungen der Flächen. In Element 18 siehst du drei Beispiele: die Gegend im Süden Ostbelgiens (St. Vith), den Hespengau (westlich von Lüttich) und das Herver Land.

  1. 1Beschreibe die Unterschiede in den Flächen auf den drei Bildern (Farben, Formen, Wege).
  2. 2Stelle auf der Grundlage der jeweiligen Beschreibungen Vermutungen über die Art der Nutzung an (Weiden für Tierzucht, Ackerbau, Obstbau).
  3. 3Recherchiere Informationen über die Landwirtschaft in den genannten Regionen und vergleiche diese mit deinen Vermutungen.

Aufgabe

Unterschiede in der Nutzung der landwirtschaftlichen Flächen

In der Euregio Maas-Rhein gibt es unterschiedliche landwirtschaftliche Nutzungen der Flächen. In Element 18 siehst du drei Beispiele aus drei unterschiedlichen Gegenden der Euregio Maas Rhein.

  1. 1Beschreibe die Unterschiede in den Flächen auf den drei Bildern (Farben, Formen, Wege).
  2. 2Stelle auf der Grundlage der jeweiligen Beschreibungen Vermutungen über die Art der Nutzung an:
    - Wird das Land für Weide für Tiere genutzt, z.B. für Rinder?
    - Werden Felder bestellt, z.B. mit Weizen?
    - Ist hier Obstbau möglich?
    - Gibt es auch andere Nutzungen wie beispielsweise Waldwirtschaft (Forst)?

Landwirtschaftliche Nutzfläche und angebaute Kulturen in Ostbelgien

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landwirtschaftliche Flächen und Kulturenin Hektar (ha)
Ostbelgien26.761 ha
Wiesen und Felder26.204 ha
Getreide345 ha
Industriepflanzen8 ha
Futterpflanzen138 ha
Saatkartoffeln5 ha
Speisekartoffeln26 ha
Obst1 ha
andere Pflanzen34 ha

INS/Brüssel und Lüttich (1995).

Sprachhilfe zu Element 19 & 20

Landwirtschaftliche Flächen und Kulturen

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Landwirtschaftliche Betriebe in Ostbelgien

Veränderungen bei den Betrieben

Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in Ostbelgien hat in den letzten Jahren stark abgenommen. Noch im Jahr 1980 wurden 2.729 Betriebe gezählt. Im Jahr 2008 waren es hingegen nur noch 835 und 2021 schließlich 596 Unternehmen. (Daten zusammengestellt aus: https://ostbelgienstatistik.be/desktopdefault.aspx/tabid-3729/6734_read-38807/ [12.12.2022].)

Hinweise für Lehrende

Zur folgenden Aufgabe

Die Lernenden können zu folgenden Erkenntnissen kommen:

  • Darstellung der Informationen aus der Übersicht:
    - Rückgang der Betriebszahl im ganzen Kanton St. Vith um etwa 28,5%.
    - stärkster Rückgang etwa zwischen 2008 und 2014
    - Trend ist langfristig: 1980 waren es noch mehr als 4-mal so viele Betriebe.
  • Der Rückgang der Anzahl der Betriebe bedeutet nicht, dass weniger Landwirtschaft betrieben wird. Oftmals ändert sich die Art der Betriebe und der Betriebsführung. Einflussfaktoren sind: 
    - Betriebsgröße
    - Anzahl der Beschäftigten je Betrieb
    - Einsatz von Technik
  • Zur Änderung der Landwirtschaft:
    - Betriebsflächen werden größer: Information zu Deutschland hier: "Damit bewirtschaften 14 % aller Betriebe 62 % der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche [...]."
    - Umstellung auf den ökologischen Landbau: Information hier: "Die Zahl der Ökobetriebe nahm gegenüber 2010 um rund 9900 (+60 %) zu."
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Aufgabe

Weniger Landwirtschaftsbetriebe = weniger Landwirtschaft?

  1. 1Erkläre anhand der Übersicht "Landwirtschaftliche Betriebe Ostbelgiens" die Entwicklung der Anzahl der Betriebe im Süden Ostbelgiens.
  2. 2Diskutiere in Partnerarbeit mögliche Ursachen für den Rückgang.
  3. 3Befrage deine Lehrerin/deinen Lehrer nach den Ursachen für den Rückgang und notiere diese stichpunktartig.

Aufgabe

Weniger Landwirtschaftsbetriebe = weniger Landwirtschaft?

  1. 1Stelle die Angaben der Übersicht "Landwirtschaftliche Betriebe Ostbelgiens" mit eigenen Worten dar.
  2. 2Suche nach weiteren Informationen über die Veränderung der landwirtschaftlichen Betriebe, beispielsweise beim Statistikportal der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens oder beim Statistischen Bundesamt.
  3. 3Beurteile die Angaben der Übersicht entlang der Frage, wie sich die Landwirtschaft in der Ostbelgien ändert.

Aufgabe

Weniger Landwirtschaftsbetriebe = weniger Landwirtschaft?

Sieh dir die Tabelle in Element 19 an und beschreibe in eigenen Worten die Entwicklung, die durch dortigen Zahlen dargestellt wird.

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Ostbelgien ist eine Landwirtschaftsregion. Etwa ein Drittel der Fläche des Landes wird landwirtschaftlich genutzt. Dabei sind Acker- und Weideflächen, Gartenbauland und Obstbauflächen zusammengerechnet. Die Fläche umfasst insgesamt knapp 30.000 ha. Fast 90 % der Fläche ist Grünland, das vor allem für die Tierhaltung genutzt wird. Nur etwas mehr als 10 % sind Ackerfläche, wobei etwa 7,7 % für den Futteranbau genutzt wird. 

Ostbelgien (und die gesamte EMR) zeichnet sich durch spezifische landwirtschaftliche Produkte aus, die der Region eine unverwechselbare Prägung geben. Die bekannten Produkte der Region finden sich auch in den Gerichten wieder, die in der Region häufig und gerne gegessen werden.

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Urheber: HenriDavel

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Jambon_sec_Ardennes_France_vue_03.JPG

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Ardenner Schinken – das Fleisch kommt von regionalen Schweinen und Holz zum Räuchern gibt es in den Ardennen auch.

Hinweise für Lehrende

Ökologische Tierhaltung

Die folgenden Elemente sollen den Unterschied zwischen der sogenannten konventionellen und ökologischen Tierhaltung verdeutlichen. Dabei geht es zunächst darum, Kriterien kennenzulernen, die den Unterschied kenntlich machen:

  • Effektivitätsdenken (Quantität und Qualität) vermarktbarer Produkte
  • Einsatz mineralischer Düngemittel, industriell hergestellter Pflanzenschutzmittel sowie Arzneimittel
  • geschlossene Betriebskreisläufe
  • Verhältnis von Pflanzen- und Tierproduktion (Tiere pro Flächeneinheit)
  • Haltungsbedingungen von Tieren
  • etc.

Die Inhalte des Kastens "Vertiefung" beschreiben ein Beispiel für eine veränderte und Kriterien ökologischer Landwirtschaft aufgreifende Wirtschaftsform in Ostbelgien: 

  • Achtung der Tiere als Lebewesen (Umgang mit Althennen)
  • artgerechte Tierhaltung (täglicher Auslauf auf Wiesen)
  • hochwertige Futtermittel

Bei diesen Kriterien der Geflügelhaltung bieten sich ein Unterrichtsgespräch und weitere Recherchen an, um die Informationen zu vertiefen: Welche Vorgaben für artgerechte Haltung gibt es für Geflügel? Was genau versteht man unter hochwertigen Futtermitteln? Etc. Bei der Erhebung zusätzlicher Daten/Informationen können die Hofbetreiber eventuell auch einbezogen werden.

Mirjam Singer, Digitale Lernwelten GmbH

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Definition

Konventionelle und ökologische Landwirtschaft

Was bedeutet konventionelle Landwirtschaft?

In der konventionellen Landwirtschaft steht ein hoher Ertrag im Vordergrund. Das bedeutet, dass neben natürlichen Düngern wie Gülle auch Kunstdünger eingesetzt werden, damit Pflanzen nicht nur möglichst schnell und zahlreich wachsen, sondern auch Böden genutzt werden können, die nicht immer ideal für den Anbau geeignet sind. Hier besteht jedoch die Gefahr, dass Dünger ins Grundwasser und somit in andere Gewässer gelangt. Es werden meist wenige Sorten in schnellem Wechsel angebaut ohne Zwischenfrüchte in der Fruchtfolge. Durch die Spezialisierung auf eine oder wenige Nutzpflanzen müssen weniger Geräte angeschafft werden, jedoch besteht auch ein größeres Risiko für Schädlingsbefall. Bei Letzterem kommen dadurch oft Pestizide zum Einsatz, um die Ernte zu sichern. Zur Bearbeitung des Feldes werden meist große landwirtschaftliche Maschinen genutzt, um Arbeitskräfte und Zeit zu sparen – eine sogenannte Mechanisierung, welche jedoch auch eine Verdichtung des Bodens zur Folge haben kann. Diese Form der Bewirtschaftung eines Ackers wird auch intensive Landwirtschaft genannt.

Die konventionelle Landwirtschaft hat als Ziel, möglichst viel Ernte zu bekommen, und konzentriert sich meist auf Pflanzen, welche eine hohe Nachfrage haben. Hier stehen die Wirtschaft und das Kapital im Vordergrund.

Was bedeutet ökologische Landwirtschaft?

Bei der ökologischen Landwirtschaft steht ein nachhaltiger Anbau im Einklang mit der Natur im Vordergrund. Das bedeutet, dass die Böden so gut wie möglich geschont, aber auch versorgt werden sollen. Es darf ausschließlich natürlicher Dünger zum Einsatz kommen und auch der Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln, beispielsweise zur Schädlingsbekämpfung, ist nicht erlaubt. Für eine gute Bodenfruchtbarkeit ist hier die Einhaltung der Fruchtfolge sowie mehrere Gründüngerphasen sehr wichtig. Für den Anbau werden zudem größere Flächen benötigt. Die Bewirtschaftung der Flächen erfolgt in den meisten Fällen durch Arbeitskräfte und weniger durch große Landwirtschaftsmaschinen, um unter anderem den Boden zu entlasten. Diese Form des Anbaus wird auch extensive Landwirtschaft genannt. Durch den erhöhten Aufwand steigen dementsprechend die Preise für die meisten Produkte, was in manchen Fällen aber auch eine Steigerung der Qualität der Produkte mit sich bringt. Durch die oben genannten Maßnahmen soll der Eingriff in die Natur so gering wie möglich gehalten werden, um trotzdem eine Versorgung durch die Landwirtschaft zu ermöglichen. Im Supermarkt werden die Lebensmittel aus ökologischem Landbau meist mit entsprechendem Siegel wie beispielsweise "Bio" gekennzeichnet.

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Urheber: Michael Gäbler

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Unload_wheat_by_the_combine_Claas_Lexion_584.jpg

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Ertrag: Eine bestimmte Menge von erzeugten Produkten nennt man Ertrag.

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Erklärung

Konventionelle oder ökologische Tierhaltung

Die Viehwirtschaft beginnt auf dem Feld. Denn neben der Versorgung für uns Menschen ist dieses auch wichtig für die Futterproduktion für Nutztiere. Neben dem Ackerland wird hier auch in großen Teilen das Dauergrünland genutzt. Neben der direkten Haltung auf der Weide, also das Grasen für Tiere vor Ort, wird auch Heu oder Silage gewonnen. Silage beschreibt luftdicht verpacktes Gras, welches durch die ausgelöste Gärung auch für Wintermonate haltbar gemacht wird.

Zu den meisten Nutztieren gehören in der Euregio Maas-Rhein Schweine, Hühner und Rinder. Einerseits werden diese als Masttiere aufgezogen. Das bedeutet, dass diese geschlachtet werden und das Fleisch weiterverarbeitet beziehungsweise verkauft wird. Andererseits werden Hühner aber auch für die Eierproduktion und Rinder – oder genauer gesagt Kühe – für die Milchwirtschaft gehalten. Auch Schafe und Ziegen werden gehalten, um Fleisch, Wolle und Milch zu gewinnen.

Auch in der Viehwirtschaft gibt es verschiedene Möglichkeiten, Landwirtschaft zu betreiben. Während die konventionelle Landwirtschaft auch hier den wirtschaftlichen Erfolg als Hauptziel hat, versucht die ökologische Landwirtschaft, vermehrt auf Tierwohl und Umweltschutz zu achten.

In der konventionellen Landwirtschaft ist deshalb oft auch von Massentierhaltung die Rede. Denn Tiere werden meist auf engem Raum gehalten, um weniger Fläche zu verbrauchen beziehungsweise mehr Tiere halten zu können. Dabei können sich Krankheiten viel schneller ausbreiten, weshalb oft bereits vorsorglich Medikamente wie Antibiotika ins Futter gemischt werden. Für beispielsweise die Milchgewinnung kommen oft große Melkmaschinen zum Einsatz, sodass auch hier Arbeitskräfte nur in geringer Zahl notwendig sind. Futtermittel für die Tiere werden dabei meist von außen dazu gekauft und stammen eher selten aus eigenem Anbau, da auch hier oft eine reine Spezialisierung auf beispielsweise die Milchwirtschaft liegt.

In der ökologischen Landwirtschaft steht eher ein geschlossener Betriebskreislauf im Vordergrund. Hier werden die Futtermittel meist selbst vom Betrieb durch ökologischen Ackerbau erzeugt. Es darf nur eine kleine Anzahl von Tieren pro Flächeneinheit gehalten werden, sodass für Auslauf gesorgt werden kann. Die Tiere ernähren sich dabei im Falle von Kühen in den Sommermonaten direkt von den Wiesen und bekommen nur in Wintermonaten im Stall das vom Sommer aufbereitete Heu oder die Silage. Der Tiermist wird dabei direkt auf die eigenen Felder verteilt, um die Bodenfruchtbarkeit für einen besseren Ackerbau zu fördern.

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Mirjam Singer

Sprachhilfe für Element 27

Worterklärungen

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Hinweise für Lehrende

Zusatzmaterial: BRF-Bericht über die Ziegenzucht in Kettenis.

§ https://www.youtube.com/watch?v=sdr_G1rV3UE
Ziegenzucht in Kettenis. Der BRF berichtet.

Der Betrieb in Kettenis verdeutlicht ein Konzept, das in vielen Regionen mit einer stärker regionalen Verankerung und Produktionsweise zu beobachten ist:

  • enge Verbindung von Mensch und Tier
  • Produktion mit regionalen Futtermitteln und anderen Rohstoffen
  • Verbindung mehrerer Angebote, die sich direkt an Kunden wenden: Käse- und Milchproduktion, regionale und Direktvermarktung (Hofladen), Gastronomie, Spielangebote für Kinder etc.

3. Regionale Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte

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Seit dem Jahr 2013 werden die landwirtschaftlichen Produkte Ostbelgiens auch unter der Marke "Made in Ostbelgien" vermarktet. Aspekte wie Regionalität und regionaler Geschmack, Nachhaltigkeit und Umweltschutz, Gesundheit und Lebensart spielen dabei eine wichtige Rolle. Das Label "Made in Ostbelgien" soll auch die Sichtbarkeit der Region als solche erhöhen und die Chancen für die Vermarktung ihrer Produkte in der Umgebung, aber auch international erhöhen. 2021 hatten sich etwa 30 Produzenten und Partner aus dem Lebensmittelbereich unter dem Label zusammengeschlossen. Fast 100 Produkte haben dieses Label bekommen.

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Regional – natürlich – besonders: Viele landwirtschaftliche Betriebe in Ostbelgien bemühen sich, Produkte herzustellen, die den Reiz des Außergewöhnlichen auf die Kunden ausüben. "Natürlich Hunger" – ein Betrieb in Kettenis, der Ziegen hält und die Milch weiterverarbeitet.

Sprachhilfe zu Element 28 & 29

Worterklärung

Marke: Eine Marke sind Symbole, Schriftzeichen, Begriffe, Designs oder eine Kombination aus allem. Diese kennzeichnen die Produkte eines Unternehmens und machen sie auf diese Weise von der Konkurrenz unterscheidbar.

vermarktet: ein Produkt anbieten, bewerben. 

Klimaneutralität: Das menschliche Handeln hat für das Klima keine Auswirkungen. 

Fairtrade: Steht für einen kontrollierten Handel, bei dem unter anderem der Erzeuger einen gewissen Mindestlohn erhält. Gesteuert wird dies von einer Fairtrade-Organisation. 

4. Andere Gegend, andere Landwirtschaft: das Weser-Maas-Land

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Das Weser-Maas-Land oder auch Herver Land befindet sich im Zentrum der Euregio Maas-Rhein und im nordöstlichen Teil der Provinz Lüttich. Es ist eine mittelhohe Ebene, die westlich und südlich von den Flüssen Maas und Weser begrenzt wird. Zahlreiche kleinere Bäche und Flüsse (zum Beispiel Zuflüsse der Weser) durchziehen das Land. Das Herver Land ist eine hügelige, grüne Landschaft. Ihre landwirtschaftlichen Nutzflächen durchziehen kleinere Waldgebiete und werden immer wieder von Hecken und Hohlwegen begrenzt. Diese Landschaft ist ansonsten eher typisch für westeuropäische Gegenden in Schottland oder Irland.

Die für das Weser-Maas-Gebiet charakteristischen Hecken gibt es schon sehr lange. Als sie im 16., 17. und 18. Jahrhundert angelegt wurden, dienten sie dazu, die Weideflächen abzugrenzen und die Tiere auf diesen Weideflächen festzuhalten. Es wurden verschiedene Arten gepflanzt, zum Beispiel Schlehdorn, Hasel und Hainbuche. Die Hecken dienten auch dazu, die Bodenerosion zu vermindern und die wertvollen oberen Bodenschichten im Gebiet zu halten.

Der dichte Wechsel aus Obstgärten, Hecken, Wald- und Weideland bietet vielen Tieren einen idealen Lebensraum: Vögeln, Insekten, kleinen Reptilien, Mäusen usw. Die Lebenskreisläufe von Pflanzen und Tierarten greifen ineinander: Abgestorbene Weiden bieten Nist- und Schutzbereiche für Vögel, die sich von Insekten ernähren usw.

Zitate aus: https://cpdt.wallonie.be/sites/default/files/pdf/02-entre-vesdre-et-meuse_0.pdf [25.11.2022], S. 31.

Herver Land oder Weser-Maas-Gebiet?

Das Herver Land, Land van Herve (nl.) oder auch Pays de Herve (frz.) bezeichnet 'die Gegend um den Ort Herve'. Es ist eine Kulturlandschaft, die sich geographisch beschreiben und eingrenzen lässt: Sie liegt zwischen Weser und Maas, an den Grenzen von Deutschland und den Niederlanden usw. 
Menschen haben jedoch mitunter sehr unterschiedliche Eindrücke von den Gegenden, in denen sie leben oder die zu ihrer Region/ihrem Land gehören. Das trifft auch auf das Weser-Maas-Gebiet zu. Mitunter wird es in Karten auch sehr unterschiedlich dargestellt, etwa mit unterschiedlichen Grenzverläufen.

Das sagen Menschen aus der Euregio Maas-Rhein über das Weser-Maas-Gebiet:

  • „Die Weser sagt der Bevölkerung von Blegny nicht viel, die Weser wird eher mit Verviers in Verbindung gebracht, das nicht auf ihrem natürlichen Lauf liegt. Sie geht vielmehr Richtung Visé und Lüttich.“
  • „Das Weser-Maas-Land ist zu ausgedehnt, es ist ein Niemandsland.“
  • „Es wäre zu verallgemeinernd zu sagen, das Weser-Maas-Land (…) sagt mir überhaupt nichts.“
  • „Es gibt viele verschiedene Identitäten. Es gibt viele Unterschiede hinsichtlich Sprache, Kultur und Volksbrauch.“

Zitate aus: https://cpdt.wallonie.be/sites/default/files/pdf/02-entre-vesdre-et-meuse_0.pdf [25.11.2022], S. 31.

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Die "Bocage" – typisches Landschaftmserkmal des Herver Landes

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Hecken, Kühe, Wiesen, Weiden und Obstgärten – diese Bilder sind typisch für große Teile des Herver Landes. Diese Heckenlandschaft wird im Französischen „Bocage“ genannt. Die Bocage besteht aus kleinen landwirtschaftlichen Einheiten, die von Hecken und Büschen sowie mehr oder weniger durchgehenden Reihen von wilden Bäumen, Sträuchern oder Obstbäumen umgeben sind. Diese Vegetation bildet dabei nicht nur natürliche Grenzen der Nutzflächen, sie ist auch ein wichtiger Lebensraum für Insekten, Vögel und kleine Säuger, weshalb die Bocage eine wichtige Rolle im Erhalt der ökologischen Artenvielfalt spielt.

Deshalb fördert die europäische Agrarpolitik Landwirte, die sich zu umweltfreundlichen Maßnahmen verpflichten. Dazu gehören die Erhaltung von Bäumen und Hecken, die Anlage von Blühstreifen, die natürliche Bewirtschaftung von Wiesen, die Anlage und Pflege von Tümpeln, die Erhaltung von Hochstamm-Obstgärten und lokalen Nutztierrassen.

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Die folgenden Fotos zeigen alle typische Landschaften aus dem Herver Land

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Info

Agrarumweltmaßnahmen (AUM)

Ab 1985 begann die gemeinsame Agrarpolitik, sich mit den Auswirkungen der Intensivierung der Landwirtschaft auf die Umwelt zu beschäftigen. Die "AUM", wie sie im landwirtschaftlichen Jargon genannt werden, wurden Mitte der 1990er Jahre entwickelt und waren ab den 2000er Jahren erfolgreich. Die heute als "Mesures Agro-environnementales et Climatiques" (Agrar-Umwelt- und Klimamaßnahmen) bekannten "MAEC" sind finanzielle Ausgleichszahlungen, die Landwirten gewährt werden, die sich zu umweltfreundlichen Praktiken verpflichten. Dazu gehören die Erhaltung von Bäumen und Hecken, die Anlage von Blühstreifen, die natürliche Bewirtschaftung von Wiesen, die Anlage und Pflege von Tümpeln, die Erhaltung von Hochstamm-Obstgärten, die Erhaltung lokaler Tierrassen, ...

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Hinweis für Lehrende

Link zu Zusatzmaterial über das Herver Land

Über das Herver Land und seine besonderen Landschaftsformen wird auf dieser Seite eine 60-seitige französischsprachige pdf-Broschüre zum Download bereit gestellt. Die Broschüre heißt « Comprendre, savourer, protéger les paysages du Pays de Herve » (2019) und beinhaltet sehr viele grafisch ansprechende Darstellungen u.a. zur 'Bocage'.

Hinweis für Lehrende

Lösung für das interaktive Bild in der folgenden Aufgabe

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Aufgabe

Eine Landschaft untersuchen: Beispiel Weser-Maas-Land

Ein Landschaftsbild, das ein weites Panorama zeigt, eignet sich gut, um bestimmende Merkmale dieser Landschaft zu untersuchen. Die Aufnahme unten zeigt das Weser-Maas-Gebiet oder auch Herver Land. Es unterschiedet sich deutlich von anderen Regionen der Euregio Maas-Rhein. 

  1. 1Beschreibe deinen ersten Eindruck vom Relief des Weser-Maas-Gebiets anhand des Bildes unten.
  2. 2Welche Farbe ist auf dem Bild vorherrschend? Woher kommt sie?
  3. 3Klicke auf dem Bild folgende Merkmale an: Weideland, einzeln stehendes Gehöft, Beerenplantage, Straße, Waldgebiet.

Interaktives Bild: Finde die Merkmale

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Obstsirup ist eines der bekanntesten Produkte des Herver Landes. Er wird aus den Äpfeln/Birnen der Region hergestellt. Man kann ihn als Brotaufstrich verwenden. Er wird aber auch bei vielen Gerichten der belgischen Küche genutzt.

Hinweise für Lehrende

Zusatzmaterial zu belgischen Spezialitäten in der Gastronomie

Im Podcast "Bonjour Wallonie – Südbelgien entdecken" geht es auch um die Lebensmittel und bekannten landwirtschaftlichen Produkte der Region. Hör doch mal in diese Folge hinein.

Hinweise für Lehrende

Zur folgenden Aufgabe

Die Lernenden können in ihren Audio-Beitrag folgende Informationen und Erkenntnisse einbringen:

Klima/Wetter:

  • nahe an Nordsee und Atlantik gelegen --> ca. 75 % der Wetterlagen vom Meer bestimmt. 
  • überwiegend keine extremen Klima-Ausschläge bei den Temperaturen und Niederschlägen
  • selten Dürren, Niederschlag gleichmäßiger über die Monate des Jahres verteilt als in anderen Gegenden Mitteleuropas

Boden:

  • ton- und nährstoffreiche (Löss-)Böden (eher im Nordwesten der EMR: geeignet für Kulturpflanzen in großflächigerer Landwirtschaft, z.B. Getreide)
  • Kalkböden (eher im Südosten der EMR: Weidewirtschaft)
  • leichte (Löss-)Böden (Jülicher und Zülpicher Börde: Ackerland für Weizen und Zuckerrüben)
  • Grauerde (Kempenland/Campine: sandig, nährstoffarme Böden: kaum landwirtschaftlicher Nutzpflanzenanbau, stattdessen Heidelandschaft und Kiefernwälder). 

Besonderheiten der Höfe:

  • abnehmende Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe (E 26)
  • Erhöhung der Vielgestaltigkeit der Produktionsmethoden, Produkte und Kundenbeziehungen (Diversifizierung)
  • zunehmende Verbreitung (auch einzelner) Methoden und Kriterien ökologischer Landwirtschaft (geschlossene Wirtschaftskreisläufe, ausgewogenes Futtermittel-Tier-Verhältnis, weniger/kein Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel und Mineraldünger)

Produkte und ihre Besonderheiten

  • konkrete Beispiele werden gerade mit Blick auf die vorherigen Kriterien mehrfach genannt: Umgang mit älteren Getreidesorten, Höfe mit artgerechter Tierhaltung (Hühner, Ziegen, siehe E 30 und E 31)

Vermarktung

  • zunehmend Direktvermarktung 
  • Etwa 100 Produkte sind mit dem Regionallabel "Made in Ostbelgien" versehen (E 34)
  • Fairtrade-Initiative
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Aufgabe

Zusammenfassung: Was war wichtig?

  1. 1Erstelle in der Gruppe einen Audio-Beitrag über die Landwirtschaft in der Euregio Maas-Rhein.
    Geht dabei auf folgende Punkte ein:
    • Boden- und Wetterverhältnisse
    • Besonderheiten der Höfe
    • Produkte und ihre Besonderheiten
    • Vermarktung
  2. 2Nutzt für die Erstellung des Audio-Beitrags folgendes Tool: https://vocaroo.com/.
4.1 Landwirtschaft1. Rahmenbedingungen der Landwirtschaft in der Euregio Maas-RheinBodenverhältnisse und ihre Auswirkungen auf die LandwirtschaftBodenverhältnisse im belgischen Teil der Euregio Maas-RheinWetterverhältnisse und LandwirtschaftWetterverhältnisse in den Mittelgebirgsregionen2. Landwirtschaftliche Nutzungen vergleichen3. Regionale Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte4. Andere Gegend, andere Landwirtschaft: das Weser-Maas-Land