"Sag mir, wo du wohnst, und ich sage dir, wer du bist." Ganz so einfach ist es natürlich nicht. Gerade als Kind wohnt man ja meistens einfach bei seinen Eltern und hat gar nicht so viel Einfluss darauf, wo man wohnt. Was aber stimmt, ist: Wohnen hat viel mit dem eigenen Leben zu tun. Wo man wohnt oder hinzieht, ob man da bleibt, wo man ist, oder den Wohnort wechselt – das hat zu tun mit der Arbeit, dem Einkommen und den eigenen Vorlieben.
Wohnen ist ein zentrales Grundbedürfnis von Menschen und gleichzeitig sehr individuell. Wohnen in der Euregio Maas-Rhein war bis zum Einsetzen der Industrialisierung immer stark mit der Landwirtschaft verflochten. Mit der (Arbeits-)Immigration in die Region nahmen die Bevölkerungszahlen deutlich zu und es musste kurzfristig viel Wohnraum geschaffen werden. Es entstanden deutliche Unterschiede zwischen städtischem und ländlichem Wohnen. Weitere für das Wohnen bedeutende Entwicklungen waren der Zweite Weltkrieg mit seinen großen Zerstörungen und die Zunahme des Individualverkehrs. Diese ausgewählten Aspekte bilden die Anker dieses Kapitels zum Thema "Leben in Stadt und Land".
Basiskonzepte
Der Inhalt des Kapitels 3.1 ist auf der humangeografischen Ebene zu
verorten und bewegt sich dabei vornehmlich auf der regionalen, bei einigen Beispielen auch
auf der lokalen Ebene. Alle drei Basiskonzepte (Funktion, Prozess, Struktur)
können mithilfe dieses Kapitels bedient werden, da einerseits gezeigt
wird, inwiefern Wohnen Auswirkungen auf den Naturraum hat (Struktur) und damit auch deutlich die Funktion von der landwirtschaftlich genutzten oder naturbelassenen Fläche zur Siedlungsfläche verändert hat. Zudem werden zentrale historische Ereignisse als Ausgangspunkt für die Veränderungsprozesse angesprochen. Untersucht wird der Wohnraum in diesem Kapitel vornehmlich aus der Perspektive des Raumes als Container, wobei Beziehungskonstellationen und der Wahrnehmungsraum in einigen Bereichen nicht klar abgegrenzt werden können.
Ziele
Das Ziel des Kapitels ist es, dass die Lernenden die aktuelle Wohnraumnutzung und -verteilung als Ergebnis einer historischen Entwicklung, materiellen Voraussetzungen und individuellen Entscheidungen verstehen. Sie sollen die eigenen Bedürfnisse und Ressourcen reflektieren und in ein Verhältnis zur sie umgebenden Wohnsituation bringen.
Kompetenzen
Folgende Kompetenzen werden gefördert:
Mensch-Umwelt-Beziehungen analysieren: Lernende untersuchen Entwicklungen und Problemstellungen in Räumen,
indem sie das Zusammenwirken von naturgeografischen und
humangeografischen Faktoren betrachten (zum Beispiel Wohnformen).
Kenntnis von geografisch relevanten Informationsquellen, -formen und -strategien: zum Beispiel Auswertung von Graphen, Erkennen von Strukturen im Raum.
Fähigkeit, Informationen zur Behandlung geografischer Fragestellungen auszuwerten: zum Beispiel Wohnungsnot in der Industrialisierung begegnen.
Fähigkeit, sich über geografische Sachverhalte auszutauschen, auseinanderzusetzen und zu einer begründeten
Meinung zu kommen: vor allem Sichtung, Einordnung und Bewertung aktueller Wohn- und Immobilienkosten in der Euregio Maas-Rhein vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen.
Fähigkeit zur Reflexion der Handlungen hinsichtlich ihrer natur- und sozialräumlichen Auswirkungen: zum Beispiel Migrationsbewegungen aufgrund von Miet- und Kaufpreisen von Immobilien.
Kapitelstruktur
Der erste Teil (Elemente 1–28) des Kapitels skizziert die Veränderungen der Wohnformen und Wohnstrukturen in der Euregio Maas-Rhein seit Beginn der Industrialisierung. Neuentstehende städtische Wohnformen werden beschrieben und auf das Fortbestehen der 'traditionellen' ländlichen Strukturen verwiesen. Im weiteren Verlauf wird die zunehmende Entkoppelung von Wohnen und Arbeiten und das dadurch zunehmende Zusammenwachsen von städtischer und ländlicher Wohn- und Lebenswelt gerade in der Euregio Maas-Rhein beschrieben.
Im zweiten Teil des Kapitels sollen die Lernenden konkrete Wohnsituationen als Ergebnis einer Kombination aus Bedürfnissen und Ressourcen analysieren. Regionale Unterschiede in der Euregio Maas-Rhein, zum Beispiel zwischen städtisch – ländlich, teuer – günstig, infrastrukturell gut oder schlecht angebunden, werden eingeführt und sollen von den Lernenden untersucht, hinterfragt und in Zusammenhang mit ihren eigenen Bedürfnissen gebracht werden. (Elemente 29–38).
Die Aufgabe soll als Einführung bei den Lernenden eine kurze Reflexion über die Unterschiede zwischen städtischem und ländlichem Raum und eine Selbstverortung anregen. Im 1-Stern-Modus wird dies durch mehrere Fragen unterstützt, im 3-Sterne-Modus soll über das Guinness-Zitat die Reflexion noch auf die Themenbereiche Vorzüge der unterschiedlichen Lebensbereiche und Bedürfnisse des Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen ausgedehnt werden. Die möglichen Antworten darauf sind völlig freigestellt.
2
Einführungsaufgabe
Stadt oder Land?
Würdest du deinen Wohnort eher als städtisch oder ländlich bezeichnen? Begründe deine Antwort und nenne drei Merkmale, an denen du deine Entscheidung festmachst.
Einführungsaufgabe
Stadt oder Land?
1Beantworte die folgenden Fragen jeweils mit einem Wort oder einer Zahl:
1Wie groß ist dein Wohnort? Finde die Bevölkerungszahl heraus.
2Gibt es in deiner Umgebung viel Natur?
3Gibt es in deiner Umgebung viel Verkehr?
4Wie viele Menschen in deiner Straße kennst du (oder deine Eltern) beim Vornamen?
5Wie viele Geschäfte kannst du zu Fuß gut erreichen?
2Würdest du deinen Wohnort eher als städtisch oder ländlich bezeichnen? Begründe deine Antwort.
Einführungsaufgabe
Stadt oder Land?
1Würdest du deinen Wohnort eher als städtisch oder ländlich bezeichnen? Begründe deine Antwort.
2"Es ist ein Traum des modernen Menschen, vom Land in die Stadt zu ziehen, damit er später die Chance hat, von der Stadt aufs Land zu ziehen." – Zitat des Schauspielers Sir Alec Guinness.
1Erkläre, was Guinness damit meint.
2Hat er recht? Nimm zu Guinness´ Behauptung kritisch und begründet Stellung.
3
Aufgabe
Wohnhäuser in der Euregio Maas-Rhein
Ziehe die Wohnhäuser in die richtigen Länder und überprüfe deine Ergebnisse. Tipp: Es sind pro Land zwei Fotos auf dem Stapel.
1. Wohnen verändert die Welt
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Menschen wohnen dort, wo sie ihren Lebensunterhalt verdienen können. Das ist heute so und es war vor Tausenden von Jahren schon so. Die längste Zeit unserer Geschichte war das auf dem Land. Städte gab es in Europa und in der heutigen Euregio Maas-Rhein zwar schon seit der Römerzeit und auch während des Mittelalters wurden neue Städte gegründet, doch in all diesen Jahrhunderten blieben die Städte relativ klein (aus heutiger Sicht). Denn die Mehrheit der Bevölkerung lebte nicht hier, sondern auf dem Land. Dies änderte sich erst mit dem Einsetzen der industriellen Revolution.
Lebensunterhalt: Das Geld, das man braucht, um die wichtige Dinge (wie Nahrung, Kleidung, Wohnung) zu bezahlen.
Industrielle Revolution: In Europa die Zeit im 18. Jahrhundert, in der es durch wissenschaftliche Erfindungen immer mehr Industrie gab. Viele Dinge änderten sich: Vieles konnte mit Maschinen in Fabriken hergestellt werden und damit änderte sich auch, wo Menschen wohnten und arbeiteten. Weil dieser Wandel sehr schnell ging, wird er industrielle 'Revolution' oder auch als Industrialisierung genannt.
Mit Einsetzen der industriellen Revolution ab Ende des 18. Jahrhunderts zogen immer mehr Menschen vom Land in die Stadt. Das führte zu umfassenden Veränderungen: Viele Städte entstanden neu, die bestehenden Städte wuchsen rasant und die Art des Wohnens veränderte sich radikal. Die Euregio Maas-Rhein war eine der Kernregionen der industriellen Revolution in Europa (mehr darüber erfährst du im Kapitel 4.3). Deshalb lassen sich diese Veränderungen hier auch besonders gut nachvollziehen.
Eine Karte von Heerlen im Jahr 1822, im roten Rechteck liegt die St. Pancratiuskirche mit dem Dorfzentrum. Diese historische Karte ist um 90 Grad nach rechts gedreht. Norden liegt hier also rechts, Westen ist oben usw.
Die Aufgabe ist am Heerlener Beispiel leichter zu lösen als am Lütticher. Im ersten Beispiel sind beide Pläne leicht miteinander vergleichbar und es fällt auf, dass die bebaute Fläche um mehr als das 20-Fache zugenommen hat. Im Lütticher Beispiel müssen vor allem zwischen erstem und zweitem Bild unterschiedliche Ausschnitte miteinander verglichen werden, wobei das Verschwinden von Teilen des Flusslaufs die Orientierung erschwert. Sollten die Lernenden zu große Probleme haben, kann auf dieses hingewiesen oder die Pont des Arches als Orientierungspunkt empfohlen werden. Mit dieser Hilfe sollten die Lernenden einen starken Anstieg der bebauten Fläche zwischen den ersten Bildern (ca. Verdreifachung) und nur geringfügige Veränderungen zwischen den letzten Bildern feststellen können.
Im 3-Sterne-Modus sollten die Lernenden von einer reinen Schätzung zu einer detaillierten Beschreibung der stattgefundenen Veränderungen kommen. Die zweite Aufgabe soll die Lernenden vor allem darauf hinweisen, dass Städtewachstum wirtschaftliche Implikationen hat und man dabei als Besitzer von Grund und Boden sehr reich werden kann.
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Aufgabe
Wachsende Städte
Wähle eines der Beispiele Heerlen oder Lüttich, vergleiche die Karten miteinander und beschreibe die sichtbaren Veränderungen.
Wie stark hat sich die bebaute Fläche vergrößert (Schätzwert)?
Sind erkennbare neue öffentliche Gebäude hinzugekommen? Welche?
Finde und benenne große Straßen und Bahnverbindungen, die gebaut wurden, sowie veränderte Flussläufe.
Aufgabe
Wachsende Städte
1Wähle eines der Beispiele Heerlen oder Lüttich, vergleiche die Karten miteinander und schätze, um wie viel die bebaute Fläche zwischen erstem und letztem Bild angewachsen ist (zum Beispiel um die Hälfte gewachsen/verdoppelt/vervierfacht ...).
2Vergleicht eure Schätzungen in der Klasse.
Aufgabe
Wachsende Städte
Verfasse den Bericht eines/einer Zeitreisenden. Stell dir vor, ein Mensch aus dem Jahr 1750 (Lüttich) beziehungsweise 1822 (Heerlen) würde mit einer Zeitmaschine in unsere Gegenwart reisen und hätte die Möglichkeit seiner Familie in der Vergangenheit davon zu berichten.
1Welche Veränderungen würden ihm/ihr auffallen? Was fände er/sie berichtenswert?
2Nehmen wir an, die Familie besäße etwas Vermögen. Welche Ratschläge fürs Wohnen und Investieren könnte er/sie seiner/ihrer Familie für deren Zukunft geben? Wo sollte man 1750/1822 Grundstücke erwerben, wo sollte man hinziehen? Begründe deine Ratschläge.
Hinweise für Lehrende
Zur folgenden Aufgabe
Es ist möglich, dass Lernende aus kleineren Orten bei dieser Aufgabe Hilfe benötigen, da die demografischen Daten hier oft nicht so leicht zu finden sind. In diesem Fall kann entweder bei der Recherche geholfen werden oder die Klasse einigt sich auf eine größere Ortschaft in der Umgebung, die von allen Lernenden zu untersuchen ist.
Sprachhilfe zu Element 9
Formulierungshilfe
Wenn du die bebaute Fläche beschreiben willst, kannst du diese Formulierungen benutzen:
Zwischen den Jahren ... und ... hat sich die Fläche der Stadt ... verdoppelt/verdreifacht/vervierfacht/.../verzehnfacht.
Öffentliche Gebäude, nach denen du Ausschau halten kannst, sind zum Beispiel: das Rathaus, das Postamt, die Bibliothek, der Bahnhof, das Stadtmuseum,...
Wenn du die Veränderungen bei einem Fluss beschreiben möchtest,
kannst du diese Formulierung benutzen:
Der Fluss wurde ...
(Ortsbeschreibung) begradigt/trockengelegt/umgelenkt.
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Aufgabe
Die Entwicklung in deinem Heimatort
1Recherchiere die historische Entwicklung der Bevölkerungszahl deines Heimatorts oder eines Nachbarortes.
2Beschreibe die Bevölkerungsentwicklung in eigenen Worten.
3Findest du etwas über die Gründe heraus, wieso die Bevölkerungszahl zu bestimmten Zeiten stark/merkbar gestiegen/gesunken ist?
Aufgabe
Die Entwicklung in deinem Heimatort
1Recherchiere die historische Entwicklung der Bevölkerungszahl deines Heimatorts oder eines Nachbarortes.
1Nimm wenn möglich einen Ort, der eine eigene Wikipedia-Seite hat, und suche dort nach Angaben zur Bevölkerung und Bevölkerungsentwicklung.
2Oft sind solche Angaben mit Fußnoten und Verlinkungen versehen, die dich zur Quelle der angegebenen Daten führen.
3Wenn du zu deinem Ort keine verwendbaren Angaben findest, wähle einen etwas größeren Nachbarort aus.
2Beschreibe die Bevölkerungsentwicklung in eigenen Worten.
Aufgabe
Die Entwicklung in deinem Heimatort
1Recherchiere die historische Entwicklung der Bevölkerungszahl deines Heimatorts. Suche dazu im Internet oder nutze andere Quellen (Bücher, Stadtmuseum, Rathaus, ...).
2Beschreibe die Bevölkerungsentwicklung in eigenen Worten.
3Findest du etwas über die Gründe heraus, wieso die Bevölkerungszahl zu bestimmten Zeiten gestiegen/gesunken ist?
Sprachhilfe für Element 10
Vokabel- und Formulierungshilfe
Fußnote: Eine hochgestellte Zahl im Text, die auf eine Erklärung am Ende der Seite verweist, die mit der selben Zahl gekennzeichnet ist.
Quelle: In diesem Fall das Material, von dem man bestimmte Informationen oder Daten bekommen hat.
Wenn du die Bevölkerungsentwicklung beschreiben willst, kannst du diese Formulierungen benutzen:
(stark) gestiegen
(stark) gesunken
konstant/gleich geblieben
schwankt zwischen ... und ...
Veränderung des Wohnens, Veränderung des Lebens
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Die industrielle Revolution veränderte nicht nur das Aussehen unserer Städte radikal, es veränderte auch die Art zu wohnen und über das Wohnen nachzudenken.
Unterschiede in der Größe: Das ländliche Haus ist erheblich größer und beinhaltet mehr als nur reinen Wohnraum, die großen Tore deuten auf Lagerraum, Scheune, Stall und Werkstätten hin, die alle Teil des Hauses sind. Die städtische Wohnung besteht aus zwei Räumen und kann kaum für mehr als Schlaf, Hygiene und Nahrungszubereitung genutzt werden.
Unterschiede in der Personenanzahl: Das ländliche Beispiel stellt mindestens eine Großfamilie und Nutztiere dar, eventuell können auch nicht zur Familie gehörende Personen wie Knecht oder Magd identifiziert werden. Das städtische Beispiel zeigt die klassische Kleinfamilie.
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Aufgabe
1Beschreibe die Veränderungen, die in den beiden Grafiken oben dargestellt werden. Gehe dabei auf Bildhintergrund und -vordergrund ein. Nutze dafür auch das Methodenkapitel 5.3 'Untersuchung von Bildern'.
2Vermute, welche Personen auf den beiden Grafiken dargestellt werden und in welchem Verhältnis sie zueinander standen.
Das Land verschwindet nicht!
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Wenn man die Geschichte der Industrialisierung als eine Geschichte der Verstädterung beschreibt, klingt es oft so, als würden die Dörfer und das ländliche Leben während des 19. Jahrhunderts verschwinden. Das stimmt natürlich nicht. Während die Städte wuchsen, gab es die Dörfer natürlich weiter. Und selbstverständlich gab es auch die dortigen Wohnformen weiterhin – es gibt sie ja bis heute.
Verstädterung: Immer mehr Leute ziehen vom Land in
die Städte. Die Städte, die es bereits gibt, werden immer größer und
auch kleine Orte wachsen zu großen Städten.
Wohnformen: Die Arten, wie man wohnen kann (z.B. eine Wohngemeinschaft, Mehrgenerationendörfer oder eine Einzimmerwohnung).
Ländliche Wohn- und Siedlungsformen dienen vor allem den Zweck, landwirtschaftliche Arbeit und Wohnbedürfnis zusammenzubringen. Da landwirtschaftliche Arbeit viel Platz braucht, muss ländliches Wohnen dafür ganz bestimmte Voraussetzungen erfüllen.
Die Häuser sind größer
Ländliches Wohnen ist nie nur Wohnen. In traditionellen ländlichen Gebäuden ist neben dem Wohnteil immer auch ein Gebäudeteil für die Arbeit enthalten. Manchmal ist dies 'nur' eine Werkstatt oder ein Lagerraum, manchmal sind es komplette Ställe und Scheunen, die am Wohnbereich anhängen.
Dorfwachstum ist begrenzt
Ein Dorf, in dem der Großteil der Bevölkerung landwirtschaftlich arbeitet, kann nur begrenzt wachsen. Denn zum 'Wohndorf' (also den Gebäuden) gehört immer ein erheblich größerer Teil landwirtschaftlicher Nutzfläche (Gärten, Felder, Äcker, Weiden). Dieser umgibt das Dorf und kann meistens nicht beliebig erweitert werden.
Karte eines sogenannten 'Haufendorfs' – die Gebäude ballen sich im Zentrum zusammen, die landwirtschaftliche Nutzfläche umringt das Zentrum.
2/2 -
Karte eines sogenannten 'Straßendorfs' – die Gebäude sind entlang einer Straße aufgereiht, die Nutzfläche 'strahlt' nach oben und unten ab.
2. Die Arbeitersiedlung
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Schnell Wohnraum für viele Menschen schaffen! Das klingt nach einer politischen Forderung von heute, war aber vor allem auch eine Herausforderung für die Planer der Industrialisierung. Die Lösungen hierfür waren regional unterschiedlich und oft auch kulturell geprägt. Während in vielen Städten sogenannte Mietskasernen errichtet wurden, wurden in der heutigen Euregio Maas-Rhein vor allem Straßenzüge und Siedlungen aus Reihenhäusern und manchmal frei stehenden Häusern gebaut. Wichtig war vor allem: Zeit ist Geld – die Arbeitersiedlung sollte nahe bei der zugehörigen Fabrik liegen, damit nur wenig Zeit für den Arbeitsweg geopfert werden musste. Da solche Arbeitersiedlungen oft große Teile der städtischen Bevölkerung beherbergten, prägen sie das Aussehen unserer Städte bis heute.
Städte haben oft jahrhundertealte, historisch gewachsene Strukturen und diese hatten schon immer etwas mit dem Reichtum der Bevölkerung zu tun. Menschen, die es sich leisten können, bauen ihre Häuser dort, wo es schön ist, und Menschen, die keine Wahl haben, ziehen dorthin, wo es günstig ist.
In Städten lagen die günstigen, armen Viertel oft an den Flüssen. Das lag vor allem daran, dass Städte am Fluss am schmutzigsten waren und am schlimmsten stanken. Über die Flüsse wurden vor dem Bau von Kanalisationen der gesamte Müll und die Fäkalien der Stadt abgeleitet und stinkendes Handwerk, wie zum Beispiel Gerbereien oder Schlachtereien, siedelte sich ebenfalls an den Flüssen an. Mit der Industrialisierung kamen dann noch die Fabriken hinzu, die die Flüsse als Transportweg und für ihre Abwässer nutzten.
Die vermögenden Einwohnenden siedelten sich deshalb möglichst nicht in der Nähe der Flüsse an. Am beliebtesten waren Hang- und Hügellagen. Von dort hatte man nicht nur einen 'herrschaftlichen' Blick über die Stadt. Man entkam auch besser dem über der Stadt liegenden Gestank.
Bergarbeiter-Siedlungen in der Region Hasselt-Genk (B)
Um 1850 wurden in allen Bergbauregionen, also auch in der Euregio Maas-Rhein, Zechen und Fabriken gegründet, die einen großen Bedarf an Arbeitskräften hatten. Die Euregio Maas-Rhein war – wie beschrieben – bis dahin ein vornehmlich landwirtschaftlich geprägter Raum, sodass Kräfte aus der ganzen Region angeworben wurden und es in den noch kleinen Städten zu großem Wohnungsmangel kam. Die Unternehmen mussten also in kurzer Zeit Wohnraum schaffen, um Arbeitskräfte zu gewinnen und zu binden. So begann man mit den Grundsteinlegungen von (Berg-)Arbeitersiedlungen. Im 19. Jahrhundert bestanden diese meist noch aus sehr einfachen Reihenhäusern, welche aber die Widrigkeiten des sozialen Lebens milderten.
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Eisden
Mit Beginn des 20. Jahrhunderts begann man, die Arbeitersiedlungen individueller und großzügiger zu planen und zu gestalten.
3/5 -
Eisden
Außerdem wurden soziale Einrichtungen wie Kindergärten, Hauswirtschaftsschulen, Wäschereien und Bibliotheken in die Siedlungen integriert und jede Wohnung verfügte über einen Garten, um den oftmals aus landwirtschaftlich geprägten Regionen angeworbenen Arbeitern die Integration ins städtische Leben zu erleichtern. In den Gärten wurde angebaut und auch nicht selten ein Schwein gehalten.
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Beersdal
Ein Beispiel in der Region ist die Bergarbeitersiedlung Beersdal in Heerlen. Um 1900 teuften dort die Gebrüder Honigmann das Steinkohlenbergwerk Oranje Nassau I. ab. Für die Arbeit in der Zeche warben sie Arbeiter aus anderen Regionen an, sodass die Huskenkolonie (242 Wohnungseinheiten), die Vrank (100 Wohnungseinheiten) und Beersdal (296 Wohnungseinheiten) in unmittelbarer Nähe zur Zeche entstanden. Mit der Ausbreitung von Heerlen wurden die Arbeitersiedlung Beersdal ins Stadtgebiet integriert. Noch heute sind die Wohnhäuser erhalten (siehe Google Street View – Amstelstraat 7, Heerlen).
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Eisden Tuinwijk Museum
Ab den 1960er-Jahren sank die Nachfrage an Wohnraum in Bergarbeitersiedlungen, was zum einen an der Montankrise und zum anderen an der Verfügbarkeit von neuerem, modernerem Wohnraum lag. Aktuell werden die Wohnsiedlungen jedoch wieder stark angefragt. Die Kombination aus viel Grün, vertrauter Nachbarschaft und modernisiertem Wohnraum spricht viele Menschen an.
Hinweise für Lehrende
Zur folgenden Aufgabe
Anhand der Karte soll identifiziert werden, dass jeder der schwarzen Kreise eine Bergarbeitersiedlung darstellt und dass die Größe der Kreise Auskunft über die Anzahl an Wohnungen in der Siedlung gibt. Die Größe reicht dabei von unter 100 (zum Beispiel Beverlo-Dorp) bis weit über 500 (zum Beispiel Kolderbos).
Sprachhilfe zu Element 20
Vokabelhilfe
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Aufgabe
Bergarbeitersiedlungen
1Beschreibe die Karte in der Galerie oben. Was wird auf ihr dargestellt?
2Wähle eine der dargestellten Bergarbeitersiedlungen aus und recherchiere zu ihr.
1Wann wurde die Siedlung errichtet?
2Wird die Siedlung heute noch bewohnt?
Aufgabe
Bergarbeitersiedlungen
1Beschreibe die Karte in der Galerie oben. Was wird auf ihr dargestellt?
1Was bedeutet die Größe der Punkte? Nutze, um das herauszufinden, unter Umständen einen Onlineübersetzer wie zum Beispiel DeepL.
Aufgabe
Bergarbeitersiedlungen
1Beschreibe die Karte in der Galerie oben. Was wird auf ihr dargestellt?
2Wähle eine der dargestellten Bergarbeitersiedlungen aus und recherchiere zu ihr.
1Wann wurde die Siedlung errichtet?
2Zu welchem Bergwerk/welcher Fabrik gehörte die Siedlung?
3Für wie viele Menschen war die Siedlung konzipiert?
4Wird die Siedlung heute noch bewohnt?
Aufgabe
Bergarbeitersiedlungen
Finde im Internet ein Foto der Siedlung und lade es hier hoch.
Datei hochladen
3. Wachsende Mobilität und Wohnen am Stadtrand
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Auch im 20. Jahrhundert wuchsen die mittleren und großen Städte weiter, denn weiterhin waren hier die meisten Verdienstmöglichkeiten. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs änderte sich aber die Art des baulichen Wachstums, vor allem, weil die Menschen mobiler wurden. Pkws, Straßen sowie Bus- und Straßenbahnverbindungen wurden immer mehr mit dem Ergebnis, dass man Arbeit und Wohnen noch weiter voneinander entkoppeln konnte. Man musste nicht mehr im selben Stadtteil wohnen und arbeiten, man konnte am anderen Ende der Stadt oder gleich außerhalb der Stadt wohnen und 'pendeln'. Dadurch konnten nun ganze Viertel nur zum Wohnen errichtet werden und andererseits ganze Stadtgebiete nur für die Arbeit ausgewiesen werden – Industrie- und Gewerbegebiete wurden gegründet und die Innenstädte wurden zu reinen 'Dienstleistungsregionen' für Einzelhandel, Büros und Gastronomie.
Blick über die Maas auf den Lütticher Stadtteil Droixhe
2/3 -
Blick in die Walhorner Straße im Aachener Stadtteil Preuswald
3/3 -
Blick auf die Peter-Schunck-Straat in Heerlen
4. Arbeit und Wohnen entkoppelt sich weiter, aber nicht für alle
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Die wachsende Mobilität und mittlerweile auch die Digitalisierung entkoppeln den Wohnort immer weiter vom Arbeitsplatz, allerdings nur für einige. War für Jahrhunderte die Frage "Wo wohne ich?" immer sehr eng an die Frage "Wo kann ich meinen Lebensunterhalt verdienen?" gekoppelt, spielen heute oft andere Überlegungen eine wichtige Rolle: Grundstückspreise und Mieten, soziales Umfeld, kulturelle Angebote, Umwelt und Umgebung. Man kann heute auf dem Land wohnen und in der Stadt arbeiten und umgekehrt. Aber nicht alle. Wer im Schichtdienst arbeiten muss und sich keinen eigenen Pkw leisten kann, wird weiterhin versuchen müssen, in der Nähe seines Arbeitsplatzes zu wohnen.
Das Phänomen, dass die obere Mittelschicht die Städte verlässt, um in den Vororten und Dörfern des Umlands Häuser zu bauen oder bestehende Häuser zu erwerben und auszubauen, nennt man in Deutschland Speckgürtelbildung. Der Speck sind dabei die vermögenderen Teile der Bevölkerung und der Gürtel ist der Ring, den deren Wohnorte um die städtischen Zentren herum bilden. Denn die Mittelschicht will nicht völlig von den kommerziellen, gastronomischen und kulturellen Angeboten der Städte entkoppelt werden und arbeitet ja auch meistens noch in den Städten. Deshalb werden nur solche Orte Speckgürtelstädte, die in relativ kurzer Fahrdistanz zur nächsten Großstadt liegen und eine gute Anbindung über den öffentlichen Nahverkehr haben.
In der Euregio Maas-Rhein ist diese Speckgürtelbildung manchmal auch international. Der Aachener Speckgürtel liegt zum Beispiel teilweise in Belgien.
Bevölkerungsentwicklung von Aachen. Der Einschnitt am Ende des Zweiten Weltkriegs ergibt sich aus einer fast vollständigen Evakuierung der Stadt, der Sprung nach 1970 aus mehreren Eingemeindungen.
Anhand der Diagramme sollte für jede Stadt feststellbar sein:
Ein starker Anstieg der Bevölkerungszahl bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts.
Ein Abflachen dieses Anstiegs ab 1980, im Lütticher Beispiel ist sogar ein Rückgang der Bevölkerungszahl feststellbar.
Im 3-Stern-Modus sollte der Anstieg anhand des Zuzugs in die Städte mit Beginn der Industrialisierung erklärt werden. Das Abflachen wiederum lässt sich durch die erhöhte Mobilität der Bevölkerung und den damit einhergehenden Rückgang der Notwendigkeit, in der Stadt zu wohnen, um dort zu arbeiten, erklären.
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Aufgabe
Bevölkerungsentwicklung
1Wähle eines der vier Balkendiagramme in der Galerie oben aus. Beschreibe den Verlauf des Diagramms in eigenen Worten. Gehe dabei auf zwei Entwicklungsphasen ein:
1bis 1970
2nach 1970
2Beschreibe die Unterschiede zwischen beiden Phasen.
Aufgabe
Bevölkerungsentwicklung
Wähle eines der vier Balkendiagramme in der Galerie oben aus. Beschreibe das Diagramm in eigenen Worten:
Was wird dargestellt?
Welche Veränderungen kannst du feststellen?
Aufgabe
Bevölkerungsentwicklung
1Wähle eines der vier Balkendiagramme in der Galerie oben aus. Beschreibe den Verlauf des Diagramms in eigenen Worten. Gehe dabei auf zwei Entwicklungsphasen ein:
1bis 1970 und nach 1970
2Beschreibe die Unterschiede zwischen beiden Phasen.
3Erkläre diese Unterschiede anhand der im Kapitel beschriebenen Entwicklungen.
Sprachhilfe für Element 28
Formulierungshilfe
Um ein Balkendiagramm zu beschreiben, kannst du diese Formulierungen benutzen:
Hier wird ... dargestellt.
Es ist deutlich zu erkennen, dass ...
Im Jahr ... sieht man, dass ...
Im Jahr ... ist der Höhepunkt der ...
steigt/sinkt (stark)
bleibt konstant
Sprung nach oben/unten
Unterschiede:
mehr/weniger als ...
im Gegensatz zu/Anders als bei …
Bei A ist es… während bei B…
5. Wohnen in der Euregio Maas-Rhein heute
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Galerie: Beispiele für das Wohnen im städtischen und ländlichen Raum
Wohnungen und Einkaufsmeile in Hasselt, Provinz Limburg (B)
12/13 -
Blick auf ländliches Haus in Raeren, Ostbelgien
13/13 -
Wohnungen in Eupen, Ostbelgien
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Aufgabe
Wohnen im ländlichen und städtischen Raum
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In der Euregio Maas-Rhein gibt es sehr unterschiedliche Wohnformen, die, wie wir oben gesehen haben, auf ganz unterschiedliche Weise entstanden sind. Ein paar Gesetzmäßigkeiten unterliegen aber alle diese Wohnformen.
1Wohnen und Arbeiten Die meisten Menschen müssen für ihr tägliches Leben Geld verdienen. Das beeinflusst ihre Wohnortwahl. Es gibt nach wie vor viele Berufe, die täglich an einem bestimmten Ort ausgeübt werden müssen (zum Beispiel Arzt, Erzieher oder Busfahrer).
2Wohnen und Preise Wohnraum ist in unseren marktwirtschaftlich organisierten Gesellschaften eine Ware. Man muss sie sich leisten können. Für Menschen unterhalb eines gewissen Einkommensniveaus kommt also Wohnraum in bestimmten Regionen gar nicht infrage, weil er einfach zu teuer ist.
3Wohnen und Freizeit Unterschiedliche Menschen haben unterschiedliche Bedürfnisse an die Umgebung ihres Wohnraums, zum Beispiel kulturelle Angebote, Natur, soziale Beziehungen, Ruhe, Konsummöglichkeiten. Oft muss zwischen verschiedenen Bedürfnissen (zum Beispiel dem nach Ruhe und Konsum) ein Kompromiss geschlossen werden.
Gesetzmäßigkeit: Eine Regel oder ein Muster, dass auf mehrere Dinge zutrifft.
Ware: Etwas, das gehandelt oder getauscht wird.
Einkommensniveau: Wie viel jemand verdient.
Konsummöglichkeit: Die Erreichbarkeit von Konsumgütern, wie zum Beispiel Restaurants, Kinos, Geschäften, öffentliche Verkehrsmittel, ...
Unterschiedliche Freizeitangebote
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Hinweise für Lehrende
Zur folgenden Aufgabe
Die Lernenden sollen, angeleitet von den Fragen in den Unterpunkten, sich des einer Wohnortwahl zugrunde liegenden Bedürfnisgeflechts bewusst werden und ihre eigenen Bedürfnisse in diesem Zusammenhang reflektieren. Im 3-Sterne-Modus soll die Rechercheaufgabe zunächst offen und ohne monetäre Einschränkung erledigt werden. Sollte dieser Aspekt von den Lernenden nicht selbst thematisiert werden ("werde ich mir aber nicht leisten können", "habe ich gewählt, weil es verhältnismäßig günstig ist") kann er durch gezieltes Nachfragen ("Glaubst du, dass du in 5 Jahren so wohnen wirst?") in die Diskussion eingeführt werden.
33
Aufgabe
Wo willst du wohnen?
1Was sind deine Vorlieben deinen Wohnort betreffend? Was ist dir wichtig, was ist dir weniger wichtig?
1Soziales Umfeld (welches: Freunde, Verwandte in der Nähe, regelmäßig neue Menschen treffen ...?)
4Gute Verkehrsanbindung (welche: regelmäßiger Bus in die nächste Stadt oder regelmäßiger Hochgeschwindigkeitszug in die Metropole?)
5Zukünftige Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten (Ausbildungsbetriebe, Schulen, Hochschulen)
2Erkläre auf Basis deiner obigen Präferenzen, ob und warum du mit deinem momentanen Wohnort zufrieden/unzufrieden bist.
3Recherchiere im Internet nach einer Wohnung, einem Haus, einem WG-Zimmer, das für dich nach deinem Auszug zu Hause ein guter zukünftiger Wohnort wäre. Stelle einen Link ein und erkläre deine Wahl.
4Vergleicht eure Ergebnisse in der Klasse.
6. Arbeiten mit dem Wohnmonitor
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Der 'Wohnmonitor' der Euregio Maas-Rhein ist eine Website und eine hervorragende Informationsquelle zum Thema Wohnen in der Euregio Maas-Rhein. Wir werden nun am Ende des Kapitels mit dieser Informationsquelle arbeiten, um Fragestellungen zum Wohnen in der Euregio Maas-Rhein zu entwickeln und zu beantworten.
1/8: Das ist der Wohnmonitor Euregio Maas-Rhein, eine Anwendung, die Karten der Region mit Daten rund um das Thema Wohnen ergänzt.
2/8 -
2/8: Auf der linken Seite kann man ein Merkmal auswählen, das man sich ansehen möchte.
3/8 -
3/8: Klickt man im linken Menü auf den rechten Reiter, kann man außerdem auswählen, aus welcher Region man sich die Daten ansehen möchte.
4/8 -
4/8: Wählt man eine Region aus, wird automatisch auf diesen Kartenbereich gezoomt.
5/8 -
5/8: Wählt man dann im Menü ein Merkmal aus, werden die Daten grafisch auf der Karte dargestellt.
6/8 -
6/8: Möchte man noch detailliertere Informationen, kann man auch innerhalb der Teilregionen kleinere Regionen anklicken.
7/8 -
7/8: Manchmal kann es vorkommen, dass die Karte nur in Grau erscheint. Das bedeutet, dass es für die ausgewählte Region keine Daten gibt.
8/8 -
8/8: Über das Drop-down-Menü "Jahr wählen" lässt sich auswählen, welche Daten man aus welchem Jahr abrufen möchte.
Hinweise für Lehrende
Zur folgenden Aufgabe
Ziel für alle Lernenden bei allen Stern-Modi ist es, die Arbeit mit dem Wohnmonitor einzuüben, sich Informationen aus dieser komplexen Quelle zu erarbeiten und diese in ein Verhältnis innerhalb der Euregio Maas-Rhein zu setzen. Ab dem 2-Sterne-Modus sollen von den Lernenden die Informationen mehrerer Karten miteinander in Beziehung gesetzt und so vermutete Kausalzusammenhänge (zum Beispiel je mehr Einkommen, desto mehr Wohnraum) kritisch überprüft werden. Die Antworten können dabei von Region zu Region unterschiedlich sein.
1Öffne die Seite des Wohnmonitors in einem neuen Tab. Wähle dann im Menü links 'Bevölkerung & Haushalte (Nachfrage)' und dann im Untermenü 'Verfügbares Einkommen' deines Landes.
2Öffne die Seite des Wohnmonitors in einem weiteren Tab. Wähle dann im Menü links 'Wohnungen (Angebot)' und dann im Untermenü 'Wohnfläche pro Einwohner'.
3Finde auf beiden Karten deine Heimatregion und beschreibe sie anhand der angeführten Daten.
1Haben die Menschen eher überdurchschnittliches/unterdurchschnittliches Einkommen?
2Haben die Menschen eher überdurchschnittlich/unterdurchschnittlich viel Wohnraum?
4Lässt sich aus den Informationen beider Karten ein Zusammenhang zwischen Einkommen und Wohnfläche ableiten?
1Öffne die Seite des Wohnmonitors in einem neuen Tab. Wähle dann im Menü links 'Bevölkerung & Haushalte (Nachfrage)' und dann im Untermenü 'Verfügbares Einkommen' deines Landes.
2Öffne die Seite des Wohnmonitors in einem weiteren Tab. Wähle dann im Menü links 'Wohnungen (Angebot)' und dann im Untermenü 'Wohnfläche pro Einwohner'.
3Finde auf beiden Karten deine Heimatregion und beschreibe sie anhand der angeführten Daten.
1Haben die Menschen eher überdurchschnittliches/unterdurchschnittliches Einkommen?
2Haben die Menschen eher überdurchschnittlich/unterdurchschnittlich viel Wohnraum?
4Lässt sich aus den Informationen beider Karten ein Zusammenhang zwischen Einkommen und Wohnfläche ableiten?
1Wenn ja, welcher?
2Wenn nein, warum nicht?
5Im Vertiefungskasten 25 wird behauptet, dass viele reichere Einwohnende Aachens im benachbarten Belgien Häuser kaufen und bauen. Lässt sich diese Behauptung anhand der Karten im Wohnmonitor überprüfen?
1Wenn ja, wie und was ist das Ergebnis?
2Wenn nein, welche Daten wären dann nötig, um sie überprüfen zu können?
Dir fällt es schwer, die Erklärungen in der anderen Sprache
zu verstehen? Du kannst auch in deiner Muttersprache recherchieren. Bei
vielen Webseiten kannst du einfach die Sprache auswählen.
Wenn du dir Notizen machst, dann tue dies zunächst in der Sprache, in
der du recherchierst. Finde dann die richtigen Worte in der
Zielsprache. Dabei können dir wieder Wörterbücher helfen (zum Beispiel Linguee, dict.cc, DeepL).
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Hinweise für Lehrende
Zur folgenden Aufgabe
In der Abschlussaufgabe sollen die Lernenden Bedürfnisse, Knappheiten und regionale Unterschiede in ihren Auswirkungen auf die Wohnortwahl zusammendenken. Die Beispiele sind dazu da, eine möglichst große Vielfalt an Kombinationen aus diesen Faktoren zu bieten. Es ist je nach Klasse durchaus möglich, dass diese Faktoren schon in der Aufgabe im Element 33 sehr vielfältig sind. In einem solchen Fall könnte auch auf die fiktiven Beispiele oben verzichtet werden und die Lernenden ihre eigene Situation unter Zuhilfenahme des Tools Wohnmonitor in einer Wohnraumrecherche umsetzen.
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Abschlussaufgabe
Wähle eine der oben abgebildeten fiktiven Personen aus und führe für sie eine 'Wohnraumsuche' in der Euregio Maas-Rhein durch.
1Sammle die Bedürfnisse und Präferenzen der Person.
2Sammle nun die Beschränkungen, die sich aus der persönlichen Situation für die Wohnraumsuche ergeben.
3Schätze auf dieser Basis ein, ob die Person eher ländliches oder städtisches Wohnen bevorzugt.
4Suche nun in der Euregio Maas-Rhein einen Ort aus, der den Bedürfnissen und Einschränkungen deiner Person am besten entspricht. Nutze dafür die Karten des Wohnmonitors als Ausgangspunkt, beziehe aber auch andere Informationen mit ein. Begründe deine Auswahl.
Wähle eine der oben abgebildeten fiktiven Personen aus und führe für sie eine 'Wohnraumsuche' in der Euregio Maas-Rhein durch.
1Sammle die Bedürfnisse der Person. Was benötigt sie an ihrem Wohnort?
2Schätze ein, ob die Person eher ländliches oder städtisches Wohnen bevorzugt. Begründe deine Antwort.
Abschlussaufgabe
Wähle eine der oben abgebildeten fiktiven Personen aus und führe für sie eine 'Wohnraumsuche' in der Euregio Maas-Rhein durch.
1Sammle die Bedürfnisse der Person.
2Sammle nun die Beschränkungen, die sich aus der persönlichen Situation für die Wohnraumsuche ergeben.
3Schätze auf dieser Basis ein, ob die Person eher ländliches oder städtisches Wohnen bevorzugt.
4Suche nun in der Euregio Maas-Rhein eine Region, die den Bedürfnissen und Einschränkungen deiner Person am besten entspricht. Nutze dafür die Karten des Wohnmonitors als Ausgangspunkt, beziehe aber auch andere Informationen mit ein. Begründe deine Auswahl.
5Suche im Internet nach einem Wohnungs-, WG-Zimmer- oder Immobilienportal, das Angebote für die Wunschregion deiner Person beinhaltet. Wähle ein für deine Person geeignetes Angebot aus und verlinke es unten. Begründe deine Auswahl.
Bedürfnisse: Dinge oder Gegebenheiten, die eine Person braucht, um sich wohl zu fühlen.
Einschränkungen: Bedingungen oder Kriterien, die eine Person an etwas hat und damit die Auswahl einschränken.
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Blick in die Zukunft
Siedlungsentwicklung entlang der Bahn
Mit der Fokussierung der Siedlungsentwicklung an Bahnhöfen entsteht eine nachhaltigere Stadtstruktur. Dabei sollen kompakte, baulich verdichtete und funktional durchmischte Städte und Quartiere mit hoher Lebensqualität entstehen. So soll nicht nur das Wachstum von Städten und Regionen besser gesteuert werden, sondern u. a. auch der Flächenverbrauch und der Autoverkehr reduziert werden. Das Projekt Raumstrategie Zuid-Limburg hat dieses Prinzip beispielhaft auf den Sittarder Bahnhof übertragen.
Partner: RWTH Aachen – Lehrstuhl für Städtebau und Entwerfen | REICHER HAASE ASSOZIIERTE | Maurer United Architects
00:0000:00Der Text oben als Audiospur§PD
Galerie: Siedlungsentwicklung entlang der Bahn
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Mögliche Siedlungsentwicklung am Sittarder Bahnhof
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Bahnhöfe als zukünftige Entwicklungsschwerpunkte in der Euregio
Mehr dazu auf S. 64–67; 86 in der Projektdokumentation
3.1 Leben in Stadt und Land1. Wohnen verändert die WeltDas Wachstum der StädteVeränderung des Wohnens, Veränderung des LebensDas Land verschwindet nicht!2. Die Arbeitersiedlung3. Wachsende Mobilität und Wohnen am Stadtrand4. Arbeit und Wohnen entkoppelt sich weiter, aber nicht für alle5. Wohnen in der Euregio Maas-Rhein heuteUnterschiedliche Freizeitangebote6. Arbeiten mit dem Wohnmonitor