1.5 Historische Grenzentwicklung

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Früher sah vieles anders aus.

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1.5 Historische Grenzentwicklung

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Es gibt Grenzen, die sind hart und undurchlässig von Zäunen und Mauern, sichtbar und unsichtbar, gesichert. Und es gibt Grenzen, die bemerkt man beim Überschreiten kaum. Gerade in der Euregio Maas-Rhein gibt es sehr viele sehr unterschiedliche Grenzen. Manche sind hart, manche durchlässig. Manche trennen Länder, manche Sprachen und manche trennen vielleicht gar nichts mehr. In diesem Kapitel werden wir uns ansehen, wie unterschiedlich Grenzen sein können und wie sie sich über die Zeit verändern – nicht nur in ihrem Verlauf, sondern auch in ihrer Wirkung.

In diesem Kapitel geht es um Grenzen. Grenzen können sehr unterschiedlich sein. Manche sind starr und undurchlässig, manche bemerkt man kaum. Wenn man Grenzen über einen längeren Zeitraum betrachtet, fällt einem etwas Überraschendes an Grenzen auf: Die meisten Grenzen sind beweglich und veränderbar. Sehen wir uns in diesem Kapitel Grenzen in deiner Heimatregion einmal genauer an.

Grenzen trennen, teilen, strukturieren, ordnen. Grenzen markieren Zugehörigkeit, sie signalisieren das Ende und den Anfang von etwas. Das Überschreiten einer Grenze kann ein Angriff, eine Rettung oder ein Verbrechen sein. Um Grenzen wird gekämpft und gestritten.
Das alles klingt so, als würde es sich bei Grenzen um große, starre, mächtige Gebilde handeln, vor denen wir kleinen Menschen Respekt und Ehrfurcht haben sollten. Aber wenn man sich Grenzen genauer und vor allem über einen längeren Zeitraum anschaut, bemerkt man etwas Seltsames: Sie sind gar nicht so stabil und fest, sie sind beweglich und immer wieder durchlässig, sie können durch Wohnzimmer führen, ohne dass es jemanden stört und manchmal wirken sie eher unbewusst als durch Schlagstöcke und Zäune. Dieser Doppelcharakter von Grenzen – einerseits starr und ordnend, andererseits beweglich und unbewusst – kann man in der Euregio Maas-Rhein besonders gut beobachten.  

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Sprachhilfe zu Element 1

Mindmapping

In diesem Kapitel geht es um das Thema ‚Grenzen‘ und viele verschiedene Begriffe, die mit diesem Wort zu tun haben. Lege eine Mindmap an, in der du die Begriffe (und kurze Erläuterungen) festhältst.

Hinweise für Lehrende

Übersicht (Didaktischer Zugriff, Ziele, Kompetenzen)

Allgemeine Anmerkungen zum Kapitel

Durch politische Grenzen strukturiert der Mensch den Raum. Er tut dies aber nicht unabhängig von den natürlichen Gegebenheiten. Die natürliche Raumstruktur hat durch natürliche Grenzen wie Flüsse, Gebirge und Wüsten Einfluss auf die menschliche Raumstrukturierung. Gerade die historische Perspektive zeigt jedoch, dass dieser Einfluss nicht deterministisch wirkt, sondern durch den Mensch unterschiedlich genutzt werden kann, umso mehr, als sich auch der Charakter menschlicher Grenzziehungen über längere Zeiträume wandelt.

Ziele & Kompetenzen

Ziel des Kapitels ist es, den Lernenden die Bedeutung und Veränderbarkeit menschlicher Grenzziehungen zu vermitteln. Die Lernenden sollen begreifen, dass Grenzen ihren Alltag mitstrukturieren und auf individueller und politischer Ebene wandel- und gestaltbar sind.

Der Schwerpunkt dieses Kapitels liegt auf der Förderung der Kompetenzen:

  • räumliche Orientierung
  • Methoden (Kartenarbeit an historischen Karten und Stadtplänen)
  • Kommunikation 

Kapitelstruktur

  1. 1Der erste Teil des Kapitels stellt zunächst die Vielfalt von Raumstrukturierung durch Grenzen dar und erklärt die Beziehung zwischen diesen am Beispiel des Flusses und seiner Vorteile für die politische Grenzziehung. Den Lernenden soll klar werden, dass die naturräumliche Struktur die Konstruktion politischer Einheiten erleichtert, aber nicht determiniert. Die historische Perspektive wird hier genutzt, um die Flexibilität und Wandelbarkeit der menschlichen Struktur bei gleichbleibender naturräumlicher Struktur zu verdeutlichen.
  2. 2Der zweite Teil eröffnet weitere Funktionen, die das natürliche System für das menschliche System hat. Der Fluss bietet den Menschen mehr Möglichkeiten als die einer Grenze. Je nachdem, wie der Mensch die Funktionen des natürlichen Systems nutzt, entwickeln sich die diese überformenden menschlichen Systeme. Grenzen verschieben sich, verschwinden und entstehen neu. Zur natürlichen und politischen Grenze kommen hier der Sprachraum und die Sprachgrenze als weiteres menschliches Teilsystem hinzu.
  3. 3Der dritte Teil untersucht diesen Prozess an einem konkreten Beispiel: der Gemeinde Voeren und ihrer historisch wechselhaften Lage in den politischen und sprachlichen Strukturen. Die Lernenden sollen sich in mehreren variierbaren Komplexitätsstufen mit den für die Voerener Entwicklung wichtigen Prozessen vertraut machen und deren Einfluss auf die Wahrnehmung der Menschen nachvollziehen.

Basiskonzepte

Thematisch ist das Kapitel 1.6 sowohl auf zeitliche Abläufe als auch auf die menschliche Raumstrukturierung durch politische Grenzen ausgerichtet. Dadurch bietet sich das Kapitel hervorragend für die geografischen Basiskonzepte Funktion – Prozess an, der Kapitelschwerpunkt liegt also auf den Interdependenzen zwischen den verschiedenen Grenztypen und den sich daraus ergebenden Veränderungen über längere Zeiträume.

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istorischer Adlerstein im Aachener Wald, Nähe Grenze Moresneter Weg
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Urheber: ArthurMcGill

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Adlerstein_Aachen.JPG?uselang=de

Cc3BY
1/7 -

Ein sogenannter 'Adlerstein' zeigt im Aachener Wald die Stelle an, an der früher das Herrschaftsgebiet der Freien Reichsstadt Aachen endete.

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Aufgabe

Grenzmemory

Finde im Memory-Spiel die passenden Namen zu den Bildern.

Sprachhilfe zu den Elementen 2 und 3

Vokabelhilfe

Grenzen: Linien, die verschiedene Gebiete (zum Beispiel Staaten oder auch Grundstücke) voneinander abgrenzen/trennen.

Historische Grenzen: Sie sind Zeugen der Vergangenheit und zeigen uns so noch heute, wie die Grenzen früher einmal verlaufen sind.

Politische Grenzen: Hiermit sind vor allem die Grenzlinien zwischen Staaten gemeint.

Natürliche Grenzen: Dies können zum Beispiel Flüsse, Berge, Wälder oder Sümpfe sein.

Sprachgrenzen: Diese müssen nicht mit Staatsgrenzen übereineinstimmen, sind aber von großer Bedeutung, zum Beispiel wenn in einem Land mehrere oder in Nachbarländern die gleichen Sprachen gesprochen werden.

1. Der Fluss – eine ideale Grenze?

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In der Geografie nennt man Flüsse auch 'natürliche Grenzen'. Grenzen sind sie, weil sie zwei Gebiete voneinander trennen: ihr linkes und ihr rechtes Ufer. Natürlich sind sie, weil sie einfach schon da sind. Sie müssen nicht erst von Menschen erdacht und geschaffen werden. Aber oft werden Flüsse auch zu politischen Grenzen, das heißt zu Grenzen von Dingen, die sich Menschen ausgedacht haben (zum Beispiel Staaten, Provinzen, Herzogtümern). Das liegt daran, dass natürliche Grenzen viele Vorteile bieten, die Menschen, die ein bestimmtes Gebiet eingrenzen wollen, gerne nutzen.

In der Geografie nennt man Flüsse auch 'natürliche Grenzen'. Grenzen sind sie, weil sie zwei Gebiete voneinander trennen: ihre linkes und ihr rechtes Ufer. Natürlich sind sie, weil sie einfach schon da sind. Manchmal werden Flüsse auch zu politischen Grenzen, zum Beispiel zu Staatsgrenzen. Das liegt daran, dass natürliche Grenzen viele Vorteile bieten.

In der Geografie nennt man Flüsse auch 'natürliche Grenzen'. Grenzen sind sie, weil sie zwei Gebiete voneinander trennen: ihr linkes und ihr rechtes Ufer. Natürlich sind sie, weil sie einfach schon da sind. Sie müssen nicht erst von Menschen erdacht und geschaffen werden. 

Aber nicht jede natürliche Grenze wird automatisch von allen Seiten anerkannt. Der Rhein etwa wurde in Frankreich stets als natürliche Grenze zwischen Deutschland und Frankreich angesehen. In Deutschland sah man das allerdings oft anders und erhob Anspruch auf das westrheinische, von Frankreich wie Deutschland geprägte Elsass. Deutsche wie der Dichter Ernst Moritz Arndt (1769–1860) verkündeten: "Der Rhein ist Deutschlands Strom, aber nicht Deutschlands Grenze" und kämpften dagegen an, dass hier eine natürliche Grenze zur politischen gemacht wurde.

Ganz anders die Pyrenäen zwischen Frankreich und Spanien: Dieses Hochgebirge war schwer zu übersteigen und gut zu verteidigen, es trennte die Menschen in seinem Norden von denen im Süden, wodurch es auch zu einer kulturellen und sprachlichen Barriere wurde. Es war naheliegend, aus diesem natürlichen Hindernis auch eine politische Grenze zu machen. 

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Rekonstruktion des Obergermanischen Limes mit Wall, Graben und Palisade in Mainhardt.
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Urheber: Thilo Parg

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Limes-Rekonstruktion_in_Mainhardt.jpg

Cc4BYSA
1/4 -

Die Außengrenze des Römischen Reichs verlief jahrhundertelang durch die heutige Niederlande und das heutige Deutschland. Über weite Strecken verlief die Grenze entlang des Rheins, doch im heutigen Südwestdeutschland verlief sie auch über Land. Hier errichteten die Römer solche Befestigungen mit Erdwall, Graben und Holzpalisade. Am Rhein war dies nicht nötig. Warum?

Sprachhilfe zu Element 5

Vokabelhilfe

Vervollständige deine Mindmap mit weiteren Begriffen, wie zum Beispiel Grenzverlauf, Grenzübergang, ...

Grenzübergang: Hier kannst du von einem Staat in den anderen gelangen. An Grenzen können Passkontrollen erfolgen, damit diese nur legal überquert werden.

Schmuggeln: Waren illegal von einem Land in das andere bringen. An der deutsch-niederländischen Grenze werden häufig Grenzkontrollen durchgeführt, um den Schmuggel von Marihuana zu verhindern.

Hinweise für Lehrende

Zur folgenden Aufgabe

Die Lernenden sollen sich an dieser Stelle die unterschiedlichen Eigenschaften natürlicher und politischer Grenzen bewusst machen. Die Beispiele in der Galerie oben dienen dafür als Inspiration, sollen von den Lernenden aber erweitert werden. Ziel ist es, die Phänomene natürliche und politische Grenze voneinander abgrenzen zu können und zu erkennen, dass die natürliche Grenze Vorteile für die politische Grenzziehung bietet.

Möglich Antworten wären: 

  • Flüsse sind nicht leicht zu überqueren. 
  • Flüsse bieten gute Sicht. 
  • Flüsse haben immer zwei Ufer. 
  • Flüsse sind leicht zu bewachen. 
  • Flüsse verändern nie beziehungsweise nur selten ihren Lauf. 
  • Flüsse können nicht beziehungsweise nur schwer überbaut werden. 
  • Flüsse sind in Bewegung.
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Aufgabe

Flüsse und Grenzen

  1. 1Nenne die im Text und der Galerie genannten Vorteile, die Flüsse für die Grenzziehung haben. 
  2. 2Reflektiere darüber hinaus weitere denkbare Vorteile von Flüssen für die Grenzziehung.

Aufgabe

Flüsse und Grenzen

Die Donau und der Rhein sind zwei europäische Flüsse, die in ihrem Lauf immer wieder Staaten voneinander trennen.

  • Lokalisiere einen der beiden Flüsse auf einer Karte.  
  • Nenne zwei Stellen, an denen er Staaten voneinander trennt, also eine politische Grenze ist.

Aufgabe

Flüsse und Grenzen

Auf der belgische Nachrichtenseite VRT wird über einen Gebietstausch zwischen Belgien und den Niederlanden berichtet.

  1. 1Lies dir den Bericht durch (nutze dafür eventuell eine Übersetzungsfunktion deines Browsers).
  2. 2Erkläre in eigenen Worten, wodurch der Gebietstausch notwendig wurde und warum über ihn jahrelang verhandelt werden musste.
  3. 3"Natürliche Grenzen sind ordentlich und praktisch, politische Grenzen chaotisch und unpraktisch." Nimm zu dieser Aussage begründet Stellung, beziehe dich dabei auf das Beispiel im Artikel.

Video: Verrückte Grenzen

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Hinweise für Lehrende

Zur folgenden Aufgabe

Die Antwort auf Aufgabe 2 könnte etwa so aussehen: 

"Baarle ist in einen belgischen und einen niederländischen Teil geteilt. Die Grenzen zwischen beiden Teilen verlaufen kreuz und quer durch die Stadt. Das hat zur Folge, dass es in Baarle zwei Polizeien, zwei Bürgermeister usw. gibt. Manche Häuser liegen in beiden Ländern gleichzeitig und haben dann auch zwei Hausnummern. Im Film wird gezeigt, dass die Aufteilung zwischen zwei Staaten unter anderem die Polizeiarbeit enorm verkompliziert."

Aufgabe 3 kann unterschiedlich beantwortet werden. Das Beispiel Baarle legt es nahe, der Aussage zuzustimmen, zum Beispiel so 

"Gerade in Baarle kann man sehen, dass politische Grenzen oft nichts mit der Realität und dem alltäglichen Leben von Menschen zu tun haben. Sie können theoretisch völlig willkürlich oder nach ganz ortsfernen Kriterien (Vertrag zwischen zwei Fürsten) gesetzt werden. Natürliche Grenzen haben dahin gehend den Vorteil, dass sie relativ unverrückbar sind, die Zeiten überdauern und das Leben der Menschen vor Ort sowieso mitstrukturieren."   

Man kann aber auch ganz anders argumentieren:

"Natürliche Grenzen interessieren sich nicht für Menschen, sie sind einfach da. Wenn zum Beispiel am linken Ufer eines Flusses ein Rohstoffvorkommen liegt, dass die Industrie am rechten Ufer dringend benötigt, wird der Fluss deshalb nicht seinen Verlauf ändern. Politische Grenzen können solche Bedürfnisse vor Ort miteinschließen, da ihr Verlauf an sie angepasst werden kann. Die Frage ist nur, ob politische Grenzen klug und nach solchen Bedürfnissen gesetzt werden oder nach ganz anderen Kriterien, wie zum Beispiel in Baarle."

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Aufgabe

Verrückte Grenzen

  1. 1Sieh dir das Video "Crazy Borders" oben an.
  2. 2Beschreibe die Situation in Baarle in Zusammenhang mit politischen Grenzen in eigenen Worten.

Aufgabe

Verrückte Grenzen

  1. 1Sieh dir das Video "Crazy Borders" oben an.
  2. 2Beschreibe die Situation in Baarle in Zusammenhang mit politischen Grenzen in eigenen Worten.
  3. 3"Politische Grenzen sind Chaos, natürliche Grenzen sind Ordnung." Nimm zu dieser Aussage begründet Stellung, beziehe dich dabei auf das Beispiel im Baarle.

Die Maas – Grenze zwischen zwei Staaten

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Auch die Maas ist in dieser Hinsicht als Grenze gut geeignet. Und so ist es nicht überraschend, dass sie heute zwischen Visé und Maasbracht die Grenze zwischen Belgien und den Niederlanden bildet. Diese Grenze ist noch nicht allzu alt. Sie wurde 1839 festgelegt, als das neugegründete Belgien mit dem Königreich Niederlande die gemeinsamen Grenzen nach längerem Streit klärte. Aber auch schon lange davor war die Maas immer wieder Grenze gewesen. Im Mittelalter und der frühen Neuzeit stieß hier das Fürstbistum Lüttich an das Herzogtum Limburg und die Herrschaft Heinsberg. Alles kein Zufall, sondern dem Umstand geschuldet, dass Flüsse einfach praktische Grenzen sind.

Auch die Maas ist in dieser Hinsicht als Grenze gut geeignet. Und so ist es nicht überraschend, dass sie heute teilweise die Grenze zwischen Belgien und den Niederlanden bildet. Diese Grenze ist noch nicht sehr alt, es gibt sie so seit 1839. Aber auch schon lange davor war die Maas immer wieder Grenze gewesen. Schon im Mittelalter stieß hier zum Beispiel das Fürstbistum Lüttich an das Herzogtum Limburg. Alles kein Zufall, Flüsse sind einfach praktische Grenzen.

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Sprachhilfe zu Element 9

Erläuterungen: Mittelalter, Neuzeit

Karte: Das Bistum Lüttich im Jahr 1659

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Methode

Topografische und thematische Karten

Karten können grob in zwei Kategorien eingeteilt werden: topografische und thematische Karten, vgl. 6.1

  • Topografische Karten: Sichtbare Erscheinungen der Erdoberfläche werden lagerichtig kartiert, zum Beispiel Geländeformen, Bodenbewachsung, natürliche und künstliche Netze (Gewässer, Straßen), Siedlungen, Einzelobjekte etc.
  • Thematische Karten: Fokussierung auf Themen, die einen räumlichen Bezug haben und bestimmte quantitative oder qualitative Merkmale aufweisen (zum Beispiel soziale, ökonomische oder politische Sachverhalte). Diese Sachverhalte werden in inhaltlich vereinfachte topografische Karten eingetragen.
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Hinweise für Lehrende

Zur folgenden Aufgabe

Die Suchaufgabe dient dazu, die Kompetenz, historische Karten lesen zu können, aufzubauen. Die Lernenden sollen sich an eine historische Karte herantasten und gewisse Grundunterschiede zu modernen Karten selbst entdecken. Die größte Herausforderung ist dabei, die Karte als nicht genordet zu identifizieren. Dies kann sowohl durch den Inhalt des Darstellungskastens 'Historische Karten verstehen' als auch durch die gedrehte moderne Karte im Tab-Kasten unten erleichtert werden.

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Aufgabe

Orientiere dich

Lokalisiere im Kartenausschnitt unten folgende Orte und Punkte:

  1. 1Eine Windrose, die Norden anzeigt (klicke auf den Pfeil der Windrose, der nach Norden weist).
  2. 2Die Stelle am Kartenrand, an der der Fluss Maas aus dem Kartenausschnitt herausfließt.
  3. 3Folgende Städte: Aachen, Lüttich (französisch: Liège), Maastricht, Hasselt.

Aufgabe

Orientiere dich

Lokalisiere im Kartenausschnitt unten folgende Orte und Punkte:

  1. 1Eine Windrose, die Norden anzeigt (klicke auf den Pfeil der Windrose, der nach Norden weist).
  2. 2Die Stelle am Kartenrand, an der der Fluss Maas aus dem Kartenausschnitt herausfließt.
  3. 3Folgende Städte: Aachen, Lüttich (französisch: Liège), Maastricht, Hasselt.

Hilfe beim Städtefinden

Städte sind auf dieser Karte als kleine rote Häuser angezeigt (Ausnahme: Lüttich (französisch: Liège), das ist weiß und deshalb etwas schwerer zu finden).
Die Maas ist zwar nicht beschriftet, aber sie ist der dickste Fluss auf der Karte.
Die Städte Lüttich (französisch: Liège) und Maastricht liegen an der Maas. Wenn du den Fluss gefunden hast, kannst du entlang seines Verlaufs nach den Städten suchen.
Die Städte Aachen und Hasselt werden auf der Karte anders geschrieben, nämlich 'Aken' und 'Haßelt'.

Aufgabe

Orientiere dich

  1. 1Lokalisiere im Kartenausschnitt unten folgende Orte und Punkte:
    • Eine Windrose, die Norden anzeigt (klicke auf den Pfeil der Windrose, der nach Norden weist).
    • Die Stelle am Kartenrand, an der der Fluss Maas aus dem Kartenausschnitt herausfließt.
    • Folgende Städte: Aachen, Lüttich (französisch: Liège), Maastricht, Hasselt.
  2. 2Reflektiere  mithilfe des Methodenkastens (Element 11), ob es sich bei der gezeigten historischen Karte oder um eine topografische oder eine thematische Karte handelt.

Sprachhilfe zu Element 12

Die Windrose

AbkürzungHimmelsrichtungVerwendung
NNordenim Norden von ... , nördlich von ...
NONordostenim Nordosten von ... , nordöstlich von ...
OOstenim Osten von ... , östlich von ...
SOSüdostenim Südosten von ... , südöstlich von ...
SSüdenim Süden von ... , südlich von ...
SWSüdwestenim Südwesten von ... , südwestlich von ...
WWestenim Westen von ... , westlich von ...
NWNordwestenim Nordwesten von ... , nordwestlich von ...

Historische Karten

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Bistum Lüttich Euregio Maas-Rhein

Eine Karte des Bistums Lüttich aus dem Jahr 1659.

Eine Karte der Euregio Maas-Rhein von heute ... aber irgendetwas stimmt nicht. Wir haben die Karte verändert, damit sie der historischen Karte im vorherigen Tab ähnlicher wird.

Bistum Lüttich Euregio Maas-Rhein
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Merkkasten

Historische Karten verstehen

Eine historische Karte sieht oft anders aus als eine heutige Karte. Das macht es oft schwer, sich auf historischen Karten zurechtzufinden. 

Richtig verwirrend ist es beispielsweise, wenn die Karte nicht 'genordet' ist. Wir sind es heute gewohnt, dass auf den allermeisten unserer Karten Norden oben ist (und damit Süden unten, Westen links und Osten rechts). Historische Karten halten sich oft nicht an diese Regel, Norden kann hier überall sein, das hängt von der Aussageabsicht der Karte ab. Die Himmelsrichtungen werden aber meistens irgendwie angezeigt. Manchmal stehen sie am Kartenrand, manchmal gibt es einen Pfeil, der Norden anzeigt. Wenn du eine historische Karte lesen willst, solltest du also zuerst versuchen herauszufinden, wo die Himmelsrichtungen liegen.

Historische Karten sind oft auch in einer anderen Sprache beschriftet. Da in Europa über lange Zeit Latein die internationale Wissenschaftssprache war (so ähnlich wie Englisch heute), ist die Beschriftung historischer Karten oft in Latein, manchmal aber auch in Französisch oder Englisch, je nachdem, wo und für wen die Karte erstellt wurde. Deutsch kommt leider eher selten vor.

An anderen Stellen können historische Karten aber auch einfacher zu lesen sein. Oft bestehen sie aus leicht verständlichen Bildern. Eine Stadt wird durch Häuser dargestellt, ein Wald durch Bäume und Gebirge durch kleine Berge. 

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Lukas Epperlein

Sprachhilfe zu Element 14

Vokabelhilfe

Himmelsrichtungen: Norden, Süden, Osten und Westen

Aussageabsicht: Die tatsächliche Aussage, das, was der Ersteller von zum Beispiel einer Karte in den Mittelpunkt rücken möchte.

Wissenschaftssprache: Fachsprache, die sich von der Umgangssprache unterscheidet, zum Beispiel indem viele Fremdwörter zu einem bestimmten Thema verwendet werden.

Hinweise für Lehrende

Zur folgenden Aufgabe

  1. 1Ziel ist es hier, dass sich die Lernenden mit der schwieriger zu lesenden historischen Karte vertraut machen und Regionen und Städte identifizieren können.
  2. 2Mögliche Antworten wären: 
    • Es gibt auf beiden Karten mehrere umgrenzte Gebiete. 
    • Grenzen werden als farbige Linien dargestellt. 
    • Die historische Karte zeigt einen anderen Ausschnitt. Sie reicht weiter nach Süden und Westen. 
    • Auf beiden Karten sind Städte, Flüsse und Grenzen dargestellt. 
    • Auf der historischen Karte sind mehr Flüsse und Städte zu sehen. 
    • Auf der historischen Karte sind Hügel und Wälder zu sehen. 
    • Auf beiden Karten werden Regionen schriftlich benannt. 
    • Die historische Karte ist in einer anderen Sprache beschriftet.
  3. 3Mögliche Antworten wären: 
    • Die Maas ist über ihren gesamten Verlauf farblich markiert. 
    • Die anderen Flüsse auf der Karte sind das nicht. 
    • An bestimmten Stellen ist die Farbe an beiden Ufern der Maas einheitlich, an anderen unterschiedlich. 
    • Gerade in der heutigen Euregio Maas-Rhein gibt es viele 'Ausbeulungen' von Grenzen über die Maas.
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Aufgabe

Mit historischen Karten umgehen

  1. 1Verorte die Maas auf der historischen Karte (Element 13) und folge ihrem Verlauf. Achte auf die durch farbige Linien markierten Landesgrenzen entlang der Maas. 
  2. 2Beschreibe Besonderheiten bezüglich der Grenzen entlang des Flusses.
  3. 3Vergleiche die historische Karte mit der heutigen Karte der Euregio Maas-Rhein im zweiten Tab (Element 13).

Tutorial: Operatoren

Aufgabe

Mit historischen Karten umgehen

  1. 1Verorte die Maas auf der historischen Karte (Element 13) und folge ihrem Verlauf. Achte auf die durch farbige Linien markierten Landesgrenzen entlang der Maas.
  2. 2Beschreibe Besonderheiten bezüglich der Grenzen entlang des Flusses.
  3. 3Vergleiche die historische Karte mit der heutigen Karte der Euregio Maas-Rhein im zweiten Tab (Element 14).
    • Wo liegen die Himmelsrichtungen?
    • Was wird dargestellt, was nicht?
    • Welche Bedeutung haben die Farben?

Tutorial: Operatoren

Aufgabe

Mit historischen Karten umgehen

  1. 1Unten findest du eine Karte des Herzogtums Brabant von 1645. Am Rand der Karte ist auch das Maastal zu sehen. Verorte fünf Städte, die du kennst, auf dieser Karte.
  2. 2Vergleiche die historische Karte mit der heutigen Karte der Euregio Maas-Rhein im zweiten Tab (Element 13).

Tutorial: Operatoren

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Vertiefung

Was bedeuten politische Grenzen früher?

Nehmen wir beispielsweise die Grenze zwischen dem Fürstbistum Lüttich und dem Herzogtum Limburg – welche Bedeutung hatte sie? 

Die Menschen auf der Limburger Seite waren Untertanen des Herzogs von Limburg und die Menschen auf der anderen Seite waren Untertanen des Bischofs von Lüttich. Ihrem jeweiligen Herren mussten sie Abgaben zahlen und er war für ihren Schutz und ihre Probleme (zum Beispiel Rechtsstreitigkeiten) zuständig. 

Für die Menschen waren die Grenzen relativ egal. Wenn sie sich verschoben, hatten sie eben einen neuen Herren. An ihren allgemeinen Lebensumständen änderte sich dadurch nichts. 

Für die Landesherren waren die Grenzen aber von großer Bedeutung. Sie legten den Bereich fest, aus dem sie Abgaben eintreiben konnten. Land war über Jahrhunderte hinweg die wichtigste Grundlage für Reichtum und Macht.

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Lukas Epperlein, Digitale Lernwelten

Sprachhilfe zu Element 16

Vokabelhilfe

Hinweise für Lehrende

Zur folgenden Aufgabe

Ziel ist es hier, dass sich die Lernenden über Funktionen und Eigenschaften politischer Grenzen heute (in einem vereinigten Europa) Gedanken machen und sie sich der Wandelbarkeit dieser Eigenschaften bewusst werden. 

Mögliche Antworten für 1-Stern-Modus wären:

  • Wir würden eine andere Sprache sprechen oder müssten eine andere Sprache lernen.
  • Wir würden eine andere Staatsbürgerschaft bekommen oder wären Ausländer.
  • Meine Schule würde anders heißen (nicht mehr Haupt-, Realschule, Gymnasium).
  • Die Verkehrsschilder sähen anders aus.
  • Wir würden neue Autokennzeichen bekommen.
  • Wir hätten eine andere Regierung.
  • Es würden andere Gesetze gelten.

Mögliche Antworten für 2- und 3-Sterne-Modus wären:

  • Frühere Grenzen waren vor allem für die Herrscher wichtig, heutige Grenzen sind auch für die normalen Menschen wichtig.
  • Wenn man eine Grenze überschreitet, ändert sich einiges: Es wird oft eine andere Sprache gesprochen, Straßen, Schilder, Häuser sehen anders aus. Es gelten andere Regeln und Gesetze. 
  • Fortgeschrittene Antwort: Auf dieser Seite der Grenze bin ich Bürger meines Landes mit Rechten und Pflichten. Jenseits der Grenze bin ich Ausländer/Gast/Tourist mit anderen (weniger) Rechten und Pflichten.
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Aufgabe

Grenzen früher und heute

Vergleiche die Bedeutung früherer Grenzen (wie im Vertiefungskasten Element 16 beschrieben) mit der heutiger Staatsgrenzen am Beispiel der Grenze zwischen Deutschland und Belgien.

Aufgabe

Grenzen früher und heute

Stell dir vor, deine Heimatstadt würde, zum Beispiel nach einem Krieg, plötzlich zu einem Nachbarstaat gehören. Reflektiere mögliche Veränderungen, die eine solche Entwicklung mitbringen würde.

Aufgabe

Grenzen früher und heute

Vergleiche die Bedeutung früherer Grenzen mit der heutiger Staatsgrenzen. Wähle dazu ein beliebiges passendes Beispiel.

Sprachhilfe zu Element 17

Formulierungshilfen

Allgemeine Formulierungen

  • verglichen mit; im Vergleich zu
  • Beim Vergleich von … mit … zeigt sich/ist zu erkennen/fällt auf …

Gemeinsamkeiten

  • Genauso wie …
  • Eine Gemeinsamkeit ist …
  • Im Hinblick auf … gleichen sich die …
  • Die … weisen folgende Gemeinsamkeiten auf …

Unterschiede

  • … als
  • Auf der einen Seite … auf der anderen Seite; zum einen … zum anderen
  • Im Gegensatz/Unterschied/Vergleich zu …
  • Die … unterscheiden sich bezüglich …
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Vertiefung

Grenzwege

Spuren der wechselhaften Grenzverläufe in der heutigen Euregio Maas-Rhein können auch heute noch gefunden werden. 

Hier findest du Informationen zu den wechselhaften Grenzen im Hohen Venn sowie Wanderwege, auf denen diese erkundet werden können. 

Der Radwanderweg entlang der Vennbahn überquert heute die deutsch-belgische Grenze mehrfach.

Auf dieser Seite der Provinz Limburg (B) findest du verschiedene, auch grenzüberschreitende Wanderwege in der Region.

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Jüngere Grenzverschiebungen – der Selfkant

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Der Selfkant ist heute die westlichste Gemeinde Deutschlands, hat aber eine für Grenzregionen nicht ganz untypisch wechselvolle Geschichte hinter sich. Eigentlich zum benachbarten (heute niederländischen) Sittard gehörend, wurde der Selfkant 1815 vom Wiener Kongress dem östlich gelegenen Preußen zugeschlagen. So wurde der Selfkant zu einer preußischen Gemeinde und mit der Reichsgründung 1871 auch Teil des Deutschen Reiches. Das blieb er bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs 1945. Dann forderten die Niederlande von Deutschland für die entstandenen Kriegsschäden Gebietsabtretungen. 1948 kam so der Selfkant unter niederländische Verwaltung. Zu Beginn der 60er-Jahre einigten sich Deutschland und die Niederlande dann auf einen 'Ausgleichsvertrag': Deutschland zahlte an die Niederlande 280 Millionen Deutsche Mark und bekam dafür den Selfkant wieder 'zurück'. 

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Hinweis für Lehrende

Zum Comic und den dazugehörigen Aufgaben

Ziel dieses kleinen Exkurses zu dem Selfkant auf Grundlage des Comics von Toon Hezemans ist es, dass die Lernenden ein konkretes Beispiel für historische Grenzentwicklungen kennenlernen. So wird ihnen die wechselhafte Geschichte der Region, aber auch das Schicksal der dort lebenden Menschen, das zeitweise Gegen-, aber oft auch Miteinander zu verschiedenen Zeiten vor Augen geführt. Obwohl der Comic auf Niederländisch geschrieben wurde, eignet sich die Beschäftigung mit dem Comic und den dazugehörigen Aufgaben nicht nur für den Fremdsprachenunterricht, sondern auch für den Geographieunterricht.

Je nachdem, wie viel Zeit für die Bearbeitung im Unterricht investiert werden kann, können alle Aufgaben in der angegebenen Reihenfolge bearbeitet oder nur einzelne ausgewählt werden.

Die folgende Herangehensweise wäre denkbar (fettgedruckt = Schwerpunkte bei geringerer Zeit; fett + kursiv = zusätzliche ‚Pflichtaufgabe‘ für den Fremdsprachenunterricht):

  1. 1Erste Sichtung des Comics ohne vorherige Kenntnis des Inhalts, so dass anschließend darüber gesprochen werden kann, welche Inhalte dennoch schon verstanden wurden und gegebenenfalls Hypothesen aufgestellt und später abgeglichen werden können.
  2. 2Lesen der Inhaltsangabe, um diese mit den ersten Eindrücken abzugleichen. Hier kann zwischen einer einfacheren und einer detaillierteren Ausführung gewählt werden. In den Texten befinden sich konkrete Angaben zu den dazugehörigen Panels, so dass der Inhalt durch die Lernenden durch den Abgleich zwischen Bild und Text gut nachvollzogen werden kann.
  3. 3Um genauere Bildbeschreibung zu üben und den Kontrast zwischen der Idylle in den 70er Jahren mit der Zeit des Zweiten Weltkriegs gegenüberzustellen, kann die folgende Aufgabe (E 25) mit den dazugehörigen Sprachhilfen zur Bildbeschreibung herangezogen werden.
  4. 4Die Erstellung des Steckbriefs hilft, um die Informationen aus E19 und E20 zu bündeln und zu zeigen, dass viele Informationen aus dem Comic auch ohne Kenntnisse der Fremdsprache herausgearbeitet werden können.
  5. 5Wenn noch mehr Zeit in die Bearbeitung des Comics investiert werden kann, sind vor allem die folgenden Vertiefungs- und Rechercheaufgaben interessant. Bei den Vertiefungsaufgaben wird konkret mit dem Comic und verschiedenen Panels gearbeitet, da beispielsweise Informationen und Wörter gefunden werden müssen.
  6. 6Für den Fremdsprachenunterricht: In diesen Aufgaben beschäftigen sich die Lernenden – ähnlich wie bei den vorangegangenen Vertiefungsaufgaben – konkret mit dem Comic und verschiedenen Panels. Allerdings sind für diese Aufgaben Sprachkenntnisse notwendig. Die Aufgabe zu den Vokabeln könnte – zumindest auf einfacher Bearbeitungsstufe – auch für Lernende ohne niederländische Sprachkenntnisse interessant sein, da hier Wörter ausgewählt wurden, deren Übersetzung gut herzuleiten ist.

Die Geschichte des Selfkant als Comic

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© Toon Hezemans, mit freundlicher Genehmigung: Marco Jeurissen, Jean Gouders, Gady Mirtenbaum, Berend J. Vonk, Toon Hezemens: Bevrijding. Leo van Dorp, Heerlen 2019, S. 10-27.

http://www.tejohaas.com/

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Inhaltsangabe zum Comic

einfach

Der niederländische Künstler Toon Hezemans erzählt in seinem Comic ‚Selfkant‘ aus dem Jahr 2020 die Geschichte des kleinen Gebiets ganz im Westen von Deutschland. Der Selfkant gehörte erst zu den heutigen Niederlanden, dann zu dem heutigen Deutschland, später 14 Jahre zu den Niederlanden und dann wieder zu Deutschland. Ganz schön kompliziert, oder? Deshalb schauen wir nun chronologisch auf die Geschichte des Gebiets.

  1. 1

    500 Jahre früher: Der Rückblick hilft, um sich mit der ursprünglichen Lage des Gebietes auseinanderzusetzen (Karte, Panel 15).

  2. 2

    1815/16: Der Selfkant wird auf dem Wiener Kongress dem heutigen Deutschland zugeteilt (Panel 17).

  3. 3

    Zweiter Weltkrieg: Die Situation für die Einwohner ist schwierig. Die Front verläuft am Ende des Krieges vier Monate lang durch den Selfkant (ab Panel 19) und viele Einwohner werden am Ende des Jahres 1944 in das Lager ‚Kamp Vught‘ gebracht, wo es ihnen sehr schlecht geht (ab Panel 23).

  4. 4

    Juni 1945: Nach dem Krieg liegt der Selfkant in Trümmern (Panel 29) und wird als Wiedergutmachung als ‚Drostamt Tudderen‘ wieder unter niederländische Verwaltung gestellt (Panel 40). Die Einwohner machen schnell das Beste aus der Situation und beginnen mit dem Wiederaufbau (Panel 41 und 42).

  5. 5

    31. Juli/ 1. August 1963: Nach sechs Jahren Verhandlungen wird der Selfkant an Deutschland zurückgegeben (Panel 45). Die Einwohner hecken den Plan aus, viele Waren nahe der Grenze zu lagern, so dass diese in der ‚Butternacht‘ ohne Zusatzkosten mit ihnen zu Deutschland gehören (ab Panel 46).

  6. 6

    1970er Jahre: Der Selfkant gehört wieder zu Deutschland, aber ein niederländischer ‚neutraler Weg‘ führt wie eine Brücke quer durch das Gebiet (Panels 3 bis 8).

Noch heute erinnern in der Grenzgemeinde Selfkant viele Spuren an die unglaubliche Vergangenheit (Panel 51 und 52), aber die Grenze, die einmal so wichtig war, bemerkst du heute überhaupt nicht mehr.

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Inhaltsangabe zum Comic

detailliert

Der Comic ‚Selfkant‘ von dem niederländischen Künstler Toon Hezemans wurde 2020 in einem Sammelband mit Comics zu wahren Begebenheiten während des Zweiten Weltkriegs veröffentlicht. Hezemans erzählt die unglaubliche Geschichte um die Landeszugehörigkeit eines kleinen Stücks Deutschlands, nämlich des westlichsten Zipfels des Landes.

Er beginnt in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts, in denen das Gebiet wieder zu Deutschland gehörte, aber ein niederländischer ‚neutraler Weg‘ wie eine Brücke quer durch den Selfkant führte. Das klingt schon ein wenig verrückt, oder? Du kannst es dir sicher ein bisschen besser vorstellen, wenn du dir die Panels 3 bis 8 anschaust.

Der Rückblick (500 Jahre früher) auf die Geburt des späteren berühmten Kartografen Gerard Dekremer hilft, um sich mit der ursprünglichen Zugehörigkeit des Gebietes auseinanderzusetzen (Karte, Panel 15). Das Gebiet wurde nämlich erst 1816 im Zuge des Wiener Kongresses dem heutigen Deutschland zugeteilt (Panel 17).

Anschließend lässt der Comic dich die Zeit während des Zweiten Weltkriegs und die Situation der Einwohner in dieser schwierigen Zeit nachempfinden (ab Panel 19). Zum Beispiel erfährst du, dass die Front am Ende des Krieges vier Monate lang quer durch den Selfkant verlief. Was für Folgen hatte dies wohl für die Menschen und das Gebiet? Die Einwohner wurden evakuiert und am Ende des Jahres 1944 wurden viele Menschen in das Lager ‚Kamp Vught‘ gebracht. Die Lebensbedingungen dort waren nicht gut und sie litten Hunger oder wurden krank (ab Panel 23), aber die niederländischstämmigen Selfkänter und kurz darauf auch die Bauern, durften das Lager wieder verlassen.

Als die Selfkänter nach dem Krieg im Juni 1945 wieder nach Hause zurückkehrten, fanden sie ihre Heimat in Trümmern wieder (Panel 29). Doch damit nicht genug. Die Niederlande nutzte die Gelegenheit und forderten den Selfkant als Wiedergutmachung zurück, so dass dieser als ‚Drostamt Tudderen‘ nun zunächst wieder unter niederländischer Verwaltung stand (Panel 40). Nach kurzer Unzufriedenheit wurde die Situation schnell akzeptiert und das Beste daraus gemacht, was einen raschen Wiederaufbau ermöglichte (Panel 41 und 42).

Dennoch begannen im März 1957 die Verhandlungen über eine Rückgabe des Gebietes an Deutschland, was aber erst am 31. Juli 1963 in die Tat umgesetzt wurde (Panel 45). Die Menschen in dem Gebiet, das nach so langer Zeit nun wieder zu Deutschland gehören sollte, heckten einen schlauen Plan aus, um von diesem Hin und Her zu profitieren und lagerten riesige Mengen von Gütern nahe der Grenze, zum Beispiel in LKWs (Panel 46 und 47). In der sogenannten ‚Butternacht‘ verschob sich um Mitternacht die deutsch-niederländische Grenze und das ganze Gebiet, inklusive aller Waren und Menschen, gehörte wieder zu Deutschland (Panel 49).

Noch heute erinnern in der Grenzgemeinde Selfkant viele Spuren an die unglaubliche Vergangenheit (Panel 51 und 52), aber die Grenze, die einmal so wichtig war, bemerkst du heute überhaupt nicht mehr.

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Aufgaben zum Comic

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Aufgabe

Beschreibung einzelner Panels

  1. 1

    Beschreibe das Panel 8. Was ist auf Grundlage der Zeichnungen dein erster Eindruck von der Region Ende der 70er Jahre?

  2. 2

    Beschreibe nun das Panel 20. Um die Inhalte auch richtig einordnen zu können, solltest du anschließend die folgenden Fragen beantworten: 

    • Welche Zeit ist abgebildet? 

    • Welche Farbe steht für welches Gebiet? 

    • Was bedeutet ‚Westwall‘? 

    • Welche Auswirkungen hat dies auf die Menschen, die in dem Gebiet leben (du kannst auch Panel 21-23 einbeziehen)?

Sprachhilfe

zur Bildbeschreibung (E25)

Aufgabe

Ziehe die Wörter an die richtige Stelle

Wichtige Präpositionen
inbeinebenentlangaufgegenüber
hinterobenüberunterquervor
Bildquellen angeben
Der Comic erschien im...Der Panel ist Teil des Comics...
Der Comic wurde im Jahr...veröffentlicht.Der Comic wurde gezeichnet von...
Bildbeschreibung einleiten
Oben in der rechten Ecke ist...abgebildet.In dem Panel ist/sind...zu sehen
Es scheint, als...Er/Sie sieht aus, als ob...
Wichtige Verben
laufenstehenfahrensitzenzeichnen
guckenaussehenähnelnscheinenliegen
Interpretation
...erinnert an...Der/Die Zeichner/in spielt auf...an.
...ist übertrieben/passend dargestellt, weil......zeigt eine klischeehafte Abbildung.
Bewertung
Meiner Ansicht nach...Meiner Meinung nach...
Ich finde, dass...Ich bin der Auffassung, dass...
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Aufgabe

Steckbrief

Erstelle auf Grundlage der Informationen aus dem Comic (E20) und dem Text „Jüngere Grenzverschiebungen – der Selfkant“ (E19) einen Steckbrief und lade ihn hier hoch. Eine Vorlage für den Steckbrief kannst du unten herunterladen.

Datei hochladen

Vorlage für deinen Steckbrief - D

Download

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Aufgabe

Vertiefungsfragen zum Comic + Recherche

  1. 1

    Schaue dir die Panels 3 bis 9 an und versuche nur auf Grundlage der Abbildungen zu erklären, warum die Straße als ‚neutraler Weg‘ bezeichnet und mit einer ‚Brücke quer durch Deutschland‘ verglichen wird. Kläre dafür vorab, zu welchem Land die Straße gehört (achte z.B. auf die Leitpfosten) und in welchem Jahrzehnt wir uns befinden (schaue dafür in Panel 3 nach)

  2. 2

    Warum wurde ein Gebiet in Limburg als ‚Flaschenhals‘ bezeichnet? Ziehe zur Beantwortung der Frage die Panels 15, 18 und 20 zu Rate. Kannst du im Internet herausfinden, wie breit dieses Gebiet war?

  3. 3

    Welche Spuren, die auf die „nicht ganz untypisch wechselvolle Geschichte“ (E19) hinweisen, sind noch heute sichtbar? Schaue dir die Panels 51 und 52 an und überlege, welche Aspekte auf den Bildern gemeint sein könnten. Suche dann im Internet nach den Übersetzungen für die fettgedruckten Beispiele.

    • het Mercator-monument (in Gangelt) – _____________________________

    • de oude grenspost (in Saeffelen) – _____________________________

    • de fundamenten van een Nederlandse douanepost – _____________________________, _____________________________

  4. 4Du willst gerne noch mehr über die sogenannte ‚Butternacht‘ erfahren? Recherchiere im Internet.

Aufgabe

Vertiefungsfragen zum Comic + Recherche

  1. 1

    Schaue dir die Panels 3 bis 9 an und versuche nur auf Grundlage der Abbildungen zu erklären, warum die Straße als ‚neutraler Weg‘ bezeichnet und mit einer ‚Brücke quer durch Deutschland‘ verglichen wird. Kläre dafür vorab, zu welchem Land die Straße gehört (achte z.B. auf die Leitpfosten) und in welchem Jahrzehnt wir uns befinden (schaue dafür in Panel 3 nach)

  2. 2

    Suche Panels, in denen du Grenzziehungen zwischen den Ländern erkennen kannst. Gib mindestens ein Panel an:

    sichtbare Grenzen

    Panel

    • Grenzziehungen auf Landkarten

    • Schlagbaum

    • kleine rote Fahne


  3. 3

    Suche in Panel 12 nach einem Namen und in Panel 13 nach dem Beruf der Person, der mit einem ‚c‘ anfängt. Recherchiere im Internet, was das bedeutet.

  4. 4

    Warum wurde ein Gebiet in Limburg als ‚Flaschenhals‘ bezeichnet? Ziehe zur Beantwortung der Frage die Panels 15, 18 und 20 zu Rate. Kannst du im Internet herausfinden, wie breit dieses Gebiet war?

  5. 5

    Welche Spuren, die auf die „nicht ganz untypisch wechselvolle Geschichte“ (E19) hinweisen, sind noch heute sichtbar? Schaue dir die Panels 51 und 52 an und überlege, welche Aspekte auf den Bildern gemeint sein könnten. Suche dann im Internet nach den Übersetzungen für die fettgedruckten Beispiele.

    • het Mercator-monument (in Gangelt) – _____________________________

    • de oude grenspost (in Saeffelen) – _____________________________

    • de fundamenten van een Nederlandse douanepost – _____________________________, _____________________________

  6. 6Du willst gerne noch mehr über die sogenannte ‚Butternacht‘ erfahren? Recherchiere im Internet.

Aufgabe

Vertiefungsfragen zum Comic + Recherche

  1. 1

    Schaue dir die Panels 3 bis 9 an und versuche nur auf Grundlage der Abbildungen zu erklären, warum die Straße als ‚neutraler Weg‘ bezeichnet und mit einer ‚Brücke quer durch Deutschland‘ verglichen wird. Kläre dafür vorab, zu welchem Land die Straße gehört (achte z.B. auf die Leitpfosten) und in welchem Jahrzehnt wir uns befinden (schaue dafür in Panel 3 nach)

  2. 2

    Suche Panels, in denen du Grenzziehungen zwischen den Ländern erkennen kannst. Schaue genau hin, es ist nicht immer so offensichtlich wie auf einer Landkarte.

  3. 3Suche in Panel 12 nach einem Namen und in Panel 13 nach dem Beruf der Person sowie dem Namen auf der Schriftrolle. Recherchiere dann im Internet, um die folgenden Informationen über die Person herauszufinden: Geburts- und Sterbejahr, wofür steht der Name auf der Schriftrolle, was war sein ‚Spitzname‘ bzw. wie wurde er schon zu Lebzeiten bezeichnet?
  4. 4

    Warum wurde ein Gebiet in Limburg als ‚Flaschenhals‘ bezeichnet? Ziehe zur Beantwortung der Frage die Panels 15, 18 und 20 zu Rate. Kannst du im Internet herausfinden, wie breit dieses Gebiet war? Vertiefungsfrage: Welche Probleme oder Vorteile kann so ein Gebiet haben? Denke zum Beispiel an vergangene Kriege (Panel 18-20), die Maßnahmen in der Corona-Zeit oder heutige Möglichkeiten.

  5. 5

    Welche Spuren, die auf die „nicht ganz untypisch wechselvolle Geschichte“ (E19) hinweisen, sind noch heute sichtbar? Schaue dir die Panels 51 und 52 an und überlege, welche Aspekte auf den Bildern gemeint sein könnten. Suche dann im Internet nach den Übersetzungen für die fettgedruckten Beispiele.

    • het Mercator-monument (in Gangelt) – _____________________________

    • de oude grenspost (in Saeffelen) – _____________________________

    • de fundamenten van een Nederlandse douanepost – _____________________________, _____________________________

  6. 6Du willst gerne noch mehr über die sogenannte ‚Butternacht‘ erfahren? Recherchiere im Internet.

Sprachaufgaben für Niederländisch als Fremdsprache

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Aufgabe

Deutsch - Niederländisch

Suche in den genannten Panels nach den niederländischen Übersetzungen für die deutschen Wörter. Denke auch immer daran, den zugehörigen Artikel vor die Wörter zu setzen.

Auf welchen Panels findest du die folgenden Informationen? Manchmal sind mehrere Antworten möglich.

Aufgabe

Deutsch - Niederländisch

Welches niederländische Wort passt wohl zu dem deutschen Wort?

Auf welchen Panels findest du die folgenden Informationen?

Hinweise für Lehrende

Zur folgenden Aufgabe

Die Aufgabe beantwortet sich unterschiedlich, je nachdem, ob man das Bahn- oder Straßenbeispiel wählt.

Beim Bahnbeispiel ist der Befund, dass die heutige Situation schlechter ist als 1948. Der Selfkant hat keine eigene Bahnanbindung mehr. Der Grund dafür ist die Einstellung der Geilenkirchener Kreisbahn, da diese durch die zeitweise Abtretung des Selfkant transnational und somit schwerer zu betreiben wurde.

Beim Straßenbeispiel ist der Befund, dass heute die vormals niederländische Straße eine normale deutsche Straße ist (abgesehen vom fehlenden Sonntagsfahrverbot für Lkw). Die historische Erklärung dafür ist, dass die durch den damals niederländischen Selfkant gebaute Straße mit der Rückgabe des Selfkant auf deutschem Boden lag. Nach einer längeren Phase des Übergangs (Transitstraße ohne Verbindung zum deutschen Straßennetz) ist die Straße mittlerweile eine deutsche Straße geworden.

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Aufgabe

Grenzen und Verkehr

Im Selfkant hatten die Grenzverschiebung 1948 und 1963 größere Auswirkungen auf den Verkehr. 1948 wurde durch die niederländische Übernahme des Selfkant dieser von seiner einzigen Bahnverbindung, den Geilenkirchener Kreisbahnen, abgeschnitten. Und 1963 lag die niederländische Straße N 274, die den Selfkant von Nord nach Süd durchquert, plötzlich auf deutschem Territorium.

Weitere Informationen zur Geschichte der Selfkanter Bahnanbindung beziehungsweise -nichtanbindung findest du in der Wikipedia auf den Seiten zu Bahnhöfen im Selfkant und der Geilenkirchener Kreisbahn. Weitere Informationen zur Geschichte der N 274, einer niederländischen Straße auf deutschem Boden, findest du bei der Arbeitsgemeinschaft Autobahngeschichte e.V.

Wähle ein Beispiel aus (Bahnverkehr oder Transitstraße) und informiere dich über die verlinkten Seiten zum jeweiligen Thema. Verfasse dann einen kurzen Text, in dem du:

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§

Urheber: Ladislaus Hoffner

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Sief.png?uselang=de

Cc4BYSA
1/3 -

Der Ort Sief gehörte bis Ende des Ersten Weltkriegs zur benachbarten Gemeinde Raeren, beide waren Teil des Deutschen Reichs.

2. Der Fluss – ein ideales Zentrum?

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Flüsse bringen Menschen zusammen. Wo immer sich ein Fluss findet, werden Menschen versuchen, ihn zu überqueren und auf ihm zu reisen. Dafür brauchen sie Furten, Brücken, Fähren und Häfen. An diesen Orten kann oft viel Geld verdient werden (Brückenzoll, Handel, Unterkunft und Essen) und so bilden sich Städte. Um die Städte herum bilden sich Dörfer und es entsteht ein Raum, in dem ein intensiver Austausch zwischen den Menschen stattfindet und in dessen Zentrum der Fluss liegt.

Städte werden gerne an Flüssen gegründet. Denn Flüsse sorgen für Frischwasser, Verkehr und Handel. Um Städte herum entsteht immer ein Hinterland aus Bauerndörfern. Aus einer Flussstadt und ihrem Hinterland wird oft eine Region, in der der Fluss nicht die Grenze, sondern das Zentrum ist.

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© Digitale Lernwelten GmbH

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Sprachhilfe zu Element 29

Vertiefung

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Topografische gemeentekaart. Resolutie: 400 pixels/km.
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Urheber: Janwillemvanaalst

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Gem-Maastricht-OpenTopo.jpg?uselang=de

Cc4BYSA
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Karte von Maastricht heute

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Auf Wikimedia findest du den Stadtplan Maastrichts aus der Galerie oben. Du kannst ihn in einem neuen Tab öffnen und damit die Aufgabe unten bearbeiten.

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Arrc

Hinweise für Lehrende

Zur folgenden Aufgabe

Ziel dieser Übung ist es, dass die Lernenden die Methode Kartenarbeit anhand des Maastrichter Stadtplans trainieren und üben, konkrete Abbildungen auf abstrakten Darstellungen wiederzufinden.

Dabei soll den Lernenden bewusst werden, dass der Fluss im Fall der Stadt Maastricht keine trennende Funktion ausübt, sondern vielmehr beide Maasufer durch die Stadt, ihre Brücken und Einrichtungen miteinander verbunden sind.

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Die Maas – Zentrum einer Region

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Die Maas wird schon seit Jahrtausenden von Menschen überquert (siehe Bild mit dem Römerkastell in der Galerie). Die Menschen, die westlich und östlich der Maas leben, werden von ihr nicht getrennt – sie leben in einer Region. Heute heißt diese Region 'Provinz Limburg'. Die Menschen hier haben einen gemeinsamen Dialekt, das 'Limburgische'. Sie leben zwar in unterschiedlichen Staaten (Belgien, Niederlande und Deutschland), aber ein Belgier aus Hasselt kann sich mit einem Niederländer aus Maastricht leichter verständigen als mit einem Belgier aus Lüttich (dafür muss er erst Französisch in der Schule lernen). 

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Sprachhilfe zu Element 33

Vokabelhilfen

Provinz: Verschiedene Einheiten eines Staates; die Niederlande bestehen aus 12 Provinzen.

Region: Bereich eines Landes; oft sind die Gebiete durch bestimmte Merkmale geprägt, die die Menschen, die dort leben, verbinden.

Dialekt: Variante einer Sprache, die in einer bestimmten Region gesprochen wird.

Hinweise für Lehrende

Zur folgenden Vertiefung

Ziel ist es hier, dass die Lernenden sich bewusst machen, dass ihre persönliche Raumwahrnehmung auch durch Sprachgrenzen strukturiert wird und dass Sprachgrenzen andere Eigenschaften als politische Grenzen haben. Des Weiteren soll den Lernenden bewusst werden, dass Dialektprägung und Mehrsprachigkeit im Zusammenhang mit Sprachgrenzen eine Stärke darstellen. Dieser Aspekt kann gegenüber Lernenden mit Migrationshintergrund hervorgehoben werden. 

Mögliche Antworten zu 1. wären:

  • Limburgisch und Niederländisch sind sich ähnlich. 
  • Es gibt aber Unterschiede in Wörtern und Grammatik.
  • Wer Limburgisch kann, kann meistens auch Niederländisch.
  • Wer Niederländisch kann, kann deswegen noch nicht unbedingt Limburgisch.

Eine mögliche Antwort zu 2. wäre:

  • Für einen Menschen aus Amsterdam ist die Sprachgrenze zum Limburgischen zunächst hart, da er es nicht versteht. Für einen Limburgisch-Sprecher aus Maastricht ist die Sprachgrenze zum Niederländischen weich, weil er beide Sprachen beherrscht. Die Limburgisch-Sprecher weichen diese Sprachgrenze aber auch für die Amsterdamer auf, indem sie in deren Anwesenheit Niederländisch sprechen. 

Mögliche Antworten zu 3. wären:

  • Für mich ist die Sprachgrenze zum Französischen hart, weil ich kein Französisch spreche und Franzosen und wallonische Belgier oft kein Deutsch. 
  • Für mich ist die Sprachgrenze ins Bayrische weich, weil Bayern und ich gemeinsam Hochdeutsch sprechen können.
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Vertiefung

Autor Gaston Dorren spricht über Limburgisch

In diesem Video spricht der Autor Gaston Dorren über sein Buch, welches von verschiedenen Sprachen handelt und erzählt einiges über seine Erfahrungen mit dem Limburgischen.

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© Gaston Dorren, mit freundlicher Genehmigung

Arrc

Aufgabe

Limburgisch und Niederländisch

  1. 1Beschreibe das Verhältnis zwischen Limburgisch und Niederländisch aus der Sicht des Erzählers im Video oben.
  2. 2Ermittle aus dem Video die Umstände, unter denen Sprachgrenzen schwer oder leicht überwindbare Hindernisse darstellen.
  3. 3Reflektiere eine für dich schwer überwindbare und eine für dich leicht überwindbare Sprachgrenze in deiner Umgebung (Tipp: Auch Dialekte bilden Sprachgrenzen).
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Zusätzliche Informationen

Limburgisch

Wenn du mehr über das Limburgische erfahren willst, kannst du dir das Kapitel Sprachgebiete anschauen.

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Aufgabe

Alltägliche Grenzen

Verorte in der Karte unten die Grenzen, die für dich in deinem Alltag spürbar sind. 

  • Nutze die unterschiedlichen Farben, um unterschiedliche Grenzen darzustellen: Mach zum Beispiel politische Grenzen rot, sprachliche Grenzen blau und wirtschaftliche Grenzen gelb, ... (überlege, ob dir noch andere einfallen).
  • Nutze die unterschiedlichen Strichstärken, um darzustellen, ob die Grenze eher schwer (dick) oder leicht (dünn) überwindbar für dich ist.
  • Es geht um dein persönliches Empfinden: Wo du keine Grenze spürst, musst du auch keine eintragen. Wenn du beispielsweise aus Tongeren kommst und auf der Fahrt nach Maastricht keinerlei spürbare Veränderung für dich stattfindet, musst du die belgisch-niederländische Grenze zwischen diesen beiden Orten nicht einzeichnen.

Aufgabe

Alltägliche Grenzen

Verorte in der Karte unten die Grenzen, die für dich in deinem Alltag spürbar sind. Weiter unten findest du eine kleine Hilfestellung zur Lösung der Aufgabe.

  • Nutze die unterschiedlichen Farben, um unterschiedliche Grenzen darzustellen: Mach zum Beispiel politische Grenzen rot, sprachliche Grenzen blau und wirtschaftliche Grenzen gelb, ... (überlege, ob dir noch andere einfallen).
  • Nutze die unterschiedlichen Strichstärken, um darzustellen, ob die Grenze eher schwer (dick) oder leicht (dünn) überwindbar für dich ist.
  • Es geht um dein persönliches Empfinden: Wo du keine Grenze spürst, musst du auch keine eintragen. Wenn du beispielsweise aus Tongeren kommst und auf der Fahrt nach Maastricht keinerlei spürbare Veränderung für dich stattfindet, musst du die belgisch-niederländische Grenze zwischen diesen beiden Orten nicht einzeichnen.

Hilfestellung: Spürbar werden können Grenzen beispielsweise durch:

  • sichtbare Merkmale: Zäune, Schilder, Zollhäuser; aber auch: Straßen, Häuser, Schilder sehen hier anders aus.
  • sprachliche Merkmale: Du verstehst die Leute nicht mehr; du verstehst die Leute, aber sie reden anders; du wechselst selber die Sprache oder in einen Dialekt.
  • wirtschaftliche Merkmale: Produkte werden billiger, teurer; bestimmte Produkte gibt es nur hier/hier nicht zu kaufen.
  • politische/rechtliche Merkmale: Bestimmte Dinge darfst du nur hier/hier nicht. Dein Fahrschein gilt hier nicht mehr.

Aufgabe

Alltägliche Grenzen

  1. 1Verorte in der Karte unten die Grenzen, die für dich in deinem Alltag spürbar sind.
    • Nutze die unterschiedlichen Farben, um unterschiedliche Grenzen darzustellen: Mach zum Beispiel politische Grenzen rot, sprachliche Grenzen blau und wirtschaftliche Grenzen gelb, ... (überlege, ob dir noch andere einfallen).
    • Nutze die unterschiedlichen Strichstärken, um darzustellen, ob die Grenze eher schwer (dick) oder leicht (dünn) überwindbar für dich ist.
    • Es geht um dein persönliches Empfinden: Wo du keine Grenze spürst, musst du auch keine eintragen. Wenn du beispielsweise aus Tongeren kommst und auf der Fahrt nach Maastricht keinerlei spürbare Veränderung für dich stattfindet, musst du die belgisch-niederländische Grenze zwischen diesen beiden Orten nicht einzeichnen.
  2. 2Vergleicht anschließend eure Grenzziehungen in der Klasse und diskutiert die Unterschiede in eurer Grenzwahrnehmung in der Euregio Maas-Rhein gemeinsam.
1.5 Historische Grenzentwicklung1. Der Fluss – eine ideale Grenze?Die Maas – Grenze zwischen zwei StaatenJüngere Grenzverschiebungen – der SelfkantDie Geschichte des Selfkant als Comic2. Der Fluss – ein ideales Zentrum?Die Maas – Zentrum einer Region